Chefsache

Lümmelparadies – Teil 2

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Conny Lingus

Für den nächsten Tag haben sich die beiden Testerinnen wieder einmal besonders scharfe Outfits ausgedacht, um die Bewerber aus der Reserve zu locken. Also eigentlich deren beste Freunde aus ihrem Hosenstall.
Gina hat sich für ein - auf den ersten Blick konservatives - Kostüm in Türkis entschieden. Die klassisch geschnittene Jacke mit schmalen Revers ist ein wenig zu eng, so dass die Front offenbleibt und immer wieder den Blick auf den nackten Busen freigibt. Auch der knapp knielange Rock ist vorne und hinten bis zur Taille geschlitzt, lässt in der Bewegung Geschlecht und Pofalte sehen. Insbesondere wenn sie sich setzt und die Beine übereinanderschlägt, fällt der Rock auseinander und lässt den türkisen Stein glitzern, der heute ihren Kitzler schmückt, passend zu den Ohrringen. Ihre schwarze Haarmähne trägt sie heute offen, links hinters Ohr gestrichen und rechts über Gesicht und Brust fallend bis zur Scham.
Lauras Kleidung beschränkt sich heute auf eine Art dunkelblauen Schlauch aus transparentem Gewebe, wie es für Damenstrumpfhosen verwendet wird. Wie eine zweite Haut modelliert es den Körper nach, so als wäre sie nackt, nur eben in Farbe. Dazu die taillenlange blonde Mähne - ein Traum.
Der erste Bewerber für den Messe-Job klopft an der Tür zum Besprechungszimmer. Er stellt sich vor als Kasparow, Wladimir. Sein russischer Akzent ist nicht zu überhören. Anders als auf dem Bewerbungsfoto wirkt er etwas ungepflegt mit seinem zerknitterten Hemd, so als habe er darin geschlafen. Dazu passt die zipfelige mausbraune Frisur, der ein Ölwechsel sicherlich gut täte. Auch den Schuhen würde ein wenig Pflege nicht schaden. Als er sich wie gewünscht auszieht, um sich begutachten zu lassen, schauen sich die beiden Frauen nur an: der geht ja nun gar nicht! Er ist am ganzen Körper behaart wie ein Bär. Sein schrumpeliger Zipfel zeigt keinerlei Reaktion auf das rattenscharfe Outfit der beiden Interviewerinnen.
„Herr Kasparow, sagt Gina, „sie entsprechen leider nicht dem Profil dieses Jobs. Dennoch vielen Dank, dass Sie sich vorgestellt haben.“
„Der Spion, der aus der Kälte kam“, bemerkt Laura noch, als sich die Tür hinter ihm geschlossen hat. „Dessen Pimmel ist wohl eher sibirische Tiefkühlware.“
Auch die nächsten beiden Kandidaten kommen nicht infrage. Hoffnungsvoll erwarten die zwei Talentsucherinnen den letzten Kandidaten. Was tun, wenn auch der ein Reinfall ist?

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