Christinas dritte Geschichte

Fortsetzung von: Christina und der Kupferkessel

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Christinas dritte Geschichte

Christinas dritte Geschichte

Anita Isiris

Nur Muttermilch führt zu warmer, innerer Beglückung und fördert das Gedeihen menschlicher Erdenwesen. Wie ein Lauffeuer ging die Kunde durchs Dorf. Eine Amme wurde gesucht. Eine Amme für Nino. Die Nachricht erreichte auch Marisa. „Wieso eigentlich nicht?“, überlegte sie. Auf diese Weise könnte sie sich ein kleines Zubrot verdienen, denn ihr Erspartes ging bereits zu Ende. Sie wusch sich gründlich und machte sich auf den Weg zum Gruber Bauern. Der Weg führte durch zum Teil unwegsames Gelände; Marisa überkam mehrmals das elende Gefühl, sie hätte sich verirrt. Endlich aber sah sie die Lichter des Gruberhofes in der hereinbrechenden Abenddämmerung.

Marisa beschleunigte den Schritt. Sie war erwartungsfroh, liebte den Gedanken, dass bald ein hungriger Säuglingsmund an ihr nuckeln würde. Das unfreundliche Gesicht des Bauern hellte sich sofort auf, als ihm klar wurde, wieso Marisa seinen Hof aufsuchte. „Der Kleine, klar. Das Balg braucht Milch. Gesunde, warme Muttermilch.“ Der Bauer war Marisa nicht sympathisch. Sie kannte diesen Blick, diesen abschätzigen Blick, der eine Frau in Brüste, Fotze und Arsch unterteilte. Sie überwand ihre Ablehnung jedoch, setzte sich hin und harrte der Dinge, die da kommen sollten, vor einer dampfenden Tasse Tee. Der kleine Nino war wirklich süss, hatte bereits dichtes schwarzes Haar und haselnussbraune Augen. Der Bauer richtete nicht viele Worte an Marisa und reichte ihr brummend den Buben. Eigentlich gehörte es schon damals zu den Gepflogenheiten von Männern, dass sie sich in derartigen Situationen diskret zurückzogen und eine stillende Frau in Ruhe liessen. Der Gruber Bauer setzte sich aber Marisa gegenüber an den Holztisch und starrte sie an. Was hätte sie tun sollen? Seufzend knöpfte sie ihre leinene Bluse auf und enthüllte ihre enormen Brüste. Sie hörte den Bauern schlucken. So, als wäre sie allein, massierte Marisa ihre flachen, hellbraunen Brustwarzen mit Ringelblumensalbe.

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