Das hätte mir zu denken geben sollen, aber ich ignorierte auch diese Tatsache. Mir ging es einfach noch viel zu gut, um argwöhnisch zu sein. Stattdessen führte ich mich wie eine junge Adlige auf, als die ich mich auch fühlte. Ich stolzierte in meinen Reithosen durch den Park, wobei ich die bewundernden Blicke des Gärtners genoss. Mein Po spannte herausfordernd den Lederbesatz auf meinem Hosenboden. Ich wusste, dass ich auch von vorn einen erfreulichen Anblick bot. Meine kecken Brüste wölbten sich aufreizend unter der weißen Bluse, die so hübsch zu meinen beigen Breeches passte. Ich achtete darauf, dass ich den richtigen Hüftschwung zeigte, wenn ich fröhlich über Tantes Landsitz stolzierte.
So vergingen die ersten 10 Tage auf unbeschwerte Weise. Ich ließ mich verwöhnen, indem ich die Dienstmädchen auf Trab hielt. Mal musste mir ein Mädchen die Füße massieren, dann ein anderes die Nägel feilen. Wenn ich Lust auf eine Leckerei hatte, bestellte ich diese bei der dicken Köchin. Ich handelte mir schnell den Ruf ein, eine verzogene Göre zu sein. Wie man sich denken kann, juckte mich das kein bisschen. Dafür plagte mich nun die Langeweile, da ich schon in allen Zimmern herumgeschnüffelt hatte. Es fehlte nur noch der mysteriöse Raum, der unterhalb des Dachbodens lag. Eines Morgens wollte Tante Betty ausreiten. Es hatte einige Tage geregnet, weshalb sie nun die warmen Sonnenstrahlen für einen längeren Ausritt nutzen wollte. Jetzt schlug meine große Stunde!
Ich vergaß all die Warnungen, die Tante Betty in mehr oder weniger versteckte Andeutungen gepackt hatte. „Deine Eltern haben einiges versäumt, Christina! Du bist recht ungezogen für ein 17-jähriges Mädchen…“, meinte sie erst vor zwei Tagen, nachdem sich die doofe Köchin bei ihr beschwert hatte.
Tante Betty sah mich dabei sehr durchdringend an, was sich in einem flauen Magengefühl niederschlug.
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