„Die Kinder sind allesamt Waisen!“ erfuhr Martin von seiner sichtbar betroffenen Frau. „Ich hab der ganzen Gruppe, alles in allem sieben Kinder und die Frau Müller, einen Kakao ausgegeben. Und als klar war („und was machst Du so?“), dass ich Pilotin bin, kam die Frage: „Dürfen wir dein Flugzeug mal sehen?“
„Ich hab meine ganzen Beziehungen spielen lassen und es tatsächlich geschafft, dass wir die A350, mit der ich gekommen war und die auf dem Vorfeld für ein paar Stunden geparkt wurde, besichtigen konnten.“ Olivia hatte sich ein wenig gefasst und nahm sich ein Fläschchen Wasser von dem Sideboard. „Martin, Du glaubst gar nicht, wie vorsichtig die Kinder waren. Keiner von ihnen ist jemals geflogen. Allein durch die Sicherheitsschleuse war schon ein Erlebnis. Einer vom Zoll hat uns begleitet. Paaaah ist der groß; haben sie gesagt als wir vor dem Flieger standen. Dann über die Gangway hoch in das Flugzeug. Vor allem die vier Älteren haben große Augen gemacht.“
Martin stellte sich seine Olivia vor, wie sie inmitten der Kindertraube Erklärungen abgab. „Weißt Du,“ fing Liv wieder zu erzählen an,“ die Clara mit ihrem kleinen Bruder an der Hand ist gar nicht mehr von meiner Seite gewichen. Die Frau Müller hat das natürlich auch gesehen und gemeint, dass die beiden mich mögen.“
„Wir wollten doch nach der Hochzeit sowieso über Kinder reden…!“ Olivia war ganz leise geworden. „Wenn Du willst…wir könnten die Beiden morgen besuchen!“
„Du denkst über Adoption nach?“ Martin war sofort klar, als Liv von dem Mädchen und ihrem Bruder erzählte und sie sich verliebt hätte, dass sie bald eine richtige Familie mit Kindern sein könnten. Er selbst hatte ja eine Adoption damals vorgeschlagen. Warum auch nicht?
„Ja, die Zwei musst Du einfach liebhaben!“ Martin sah natürlich, dass das Schicksal der Kinder seiner Frau sehr naheging.
„Die Frau Müller, die würde uns auch unterstützen…!“
Martin versuchte Olivias Euphorie ein wenig zu bremsen. „Unsere Wohnung ist für zwei Kinder zu klein. Und unser Leben würde sich grundlegend verändern.“
Olivia schossen erneut Tränen in die Augen. „Aber…Du hast sie nicht auf dem Arm gehabt.“
Clara und Leon
Eine nicht alltägliche Ehe - Teil 9
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Clara und Leon
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