Die Kommunikation erfolgte mit Händen, Füssen, Mimik und Zeichnungen. Man verstand sich.
Dann erschien ein ernst dreinblickender Wachmann im Raum. Ihn hatte Claudia nicht am Fest gesehen. Blitzschnell drückte Johnbull Claudias Kopf unter die Bank, so, dass der Aufseher sie nicht entdecken konnte. „Time to sleep now“, sagte der Mann. Es war 23:30 Uhr. Claudias Kopf lag auf den Knien von Johnbulls Freund Bogo. „He is my friend“, murmelte Johnbull.
Als der Aufseher den Raum verliess, nahm Johnbull Claudia an der Hand und zeigte ihr das Versteck in seinem Schlafraum: Ein Schrank, randvoll mit frischer Bettwäsche. Claudia machte es sich im Versteck bequem, so gut es eben ging, hoffte aber, nicht zu lange in dieser Enge und Dunkelheit ausharren zu müssen. Es ging darum, dass sie vom Aufseher keinesfalls entdeckt werden durfte!
Wenig später wurde sie erlöst. Johnbull teilte den Schlafraum mit zehn Kollegen. Alle waren eingeweiht. In dieser Nacht auf den 23. Dezember würden die Männer, gemeinsam mit Claudia, Johnbulls Freundin, Weihnachten feiern – auf ihre Art.
Sie hatten Kerzen und Taschenlampen dabei, setzten sich auf ihre Kajütenbetten und wollten Claudia tanzen sehen. „Dance for us… please!“, baten sie die junge Krankengymnastin. Johnbull hatte Claudia darauf vorbereitet.
Tanzende Frauen sind das Schönste, was sich ein Mann vorstellen kann. „Dancing Women are somewhat the horniest thing in man’s life“, so Johnbulls O-Ton.
Aus einem CD-Player in der Ecke erklang orientalische Musik. Claudia hatte den Eindruck, sie gehe auf Watte. Was sie ihr wohl ins Getränk gemischt hatten? Oder bildete sie es sich nur ein?
Sie dachte aber nur kurz darüber nach, denn in der Zeit, in der sie Johnbull kannte, hatte sie vollständiges Vertrauen zu ihm gefasst. Er ging beim Sex vielleicht etwas hart ran, aber er sah sie als seine Frau. Er schien sie zu lieben.
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