Claudia wiegte sich in den Hüften. Im Raum war es totenstill. Die flackernden Kerzen zeichneten Schatten an die Betondecke. „Turn around, do it for us“, forderte Johnbull sie auf. Claudia drehte sich, zeigte sich von allen Seiten. Die Männer nahmen ihre Silhouette in ihre Seelen auf, dachten an ihre Freundinnen zuhause.
Dann öffnete Claudia die Klammern, die ihr Kleid zusammenhielten, und liess es zu Boden gleiten. Die Welt hielt den Atem an. Viele der Männer hatten seit Monaten keine Frau mehr gesehen, eine in Unterwäsche schon gar nicht. „My wife“, sagte Johnbull stolz. „My wife at Christmas!“.
Claudias Knie wurden weich, sie sah Farben, von deren Existenz sie nie gewusst hatte. Sie fühlte, wie sie von starken Armen aufgefangen wurde. Jemand löste die Ösen ihres BHs. Dann spürte sie Hände. Viele Hände. Neugierige, forschende, zärtliche, erkundende Hände. An ihren Brüsten. Ihren Schultern. Ihrem Hals. Auf ihrem Bauch. An ihren Schenkeln. Ihren Intimbereich liessen sie aber respektvoll aus, die Hände. Dann spürte sie Johnbulls vertraute Wärme. Er küsste sie weich, wie damals, auf der Couch, und massierte dazu zärtlich ihre Schamlippen unter dem dünnen Stoff ihres Slips.
Sie sah die geweiteten Augen der Männer. Und sie vermeinte, ein bekanntes Weihnachtslied zu hören. „Stille Nacht.“ You are so beautiful – for us all“, sagte Johnbull leise und zog ihr den Slip aus. “I will share you with my roommates.”
In der Zwischenzeit hatte Johnbull verlangt, dass Claudia sich untenrum rasierte, was sie sorgfältig getan hatte. Im Licht der Taschenlampen hatte sie nichts zu verbergen. Die unterirdischen Bewohner aus aller Welt ergötzten sich an Claudias feuchtglitzernder, weicher, offener Scham. „My wifes‘ pussy“, sagte Johnbull fast etwas verschämt, legte sich auf Claudia und zeigte seinen Kollegen, wie man eine Europäerin liebt. Er tat es langsam, genussvoll und bumste die junge Krankengymnastin in den siebenten Weltenhimmel.
Er war es auch, der sie an den Händen festhielt, während seine Kollegen, einer nach dem andern, in Claudia eindrangen. Sie erlebte ihre erste Doppelpenetration. Sie massierte zwei Schwänze gleichzeitig. Sie spürte, hörte das Röcheln, Stöhnen, Seufzen von Männern, die in naher Zukunft von nichts anderem träumen würden als von ihr, Claudia, der geschiedenen Krankengymnastin, die sich eigentlich nur auf eine morsche Bank am Fluss gesetzt hatte, unter dem feuerroten Schwenkarm eines Krans, von dem wegen des Nebels nur das vorderste Drittel sichtbar gewesen war.
Dann deckten sie Claudia zärtlich zu, küssten sie, einer nach dem andern, auf die verschwitzte Stirn und wünschten ihr gute Nacht. Claudia hatte Asyl erhalten.
Dann wurde es Weihnachten.
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