Bestimmt hatte sie es auch genossen, damals in Schottland, wo sie drei Wochen später in einem kleinen Wald überall Zecken fanden. Kleine, widerliche Krabbeltiere. Und was hatte er getan? Er hatte die kleinen, widerlichen Krabbeltiere als Vorwand genutzt, um Claudia ganz genau zu untersuchen. «Du musst Dich schon hinlegen», hatte er gesagt und mit der Taschenlampe die kunstvollen Fältelungen ihrer Möse untersucht, während sie sich vor Angst und Ekel gewunden hatte. Claudias Mösenduft. Ein Märchen für sich ganz allein.
Er trat durch den Korridor und wusste sofort, woher der süssliche Duft kam. Claudia kniete auf zwei farbigen marokkanischen Kissen, eines unter jeden Knie, und sog an einer Knille, die ihr ein halbnackter Marokkaner hinhielt. Claudias Lippen glänzten, und sie sog gierig, während ein weiterer Marokkaner ihre nackten Pobacken knetete, genussvoll, intensiv. Des Marokkaners Hände auf Claudias weisser Haut.
Ihn schauderte. Sein Schätzchen, das ihn gerade noch vor ehedem auf die Strasse gesetzt hatte, schien das Spiel mit den Männern zu geniessen. Überall standen Wasserpfeifen, etwa fünf Shisha rauchende Typen waren auszumachen, zum Teil nachlässig hingefläzt aufs grau-weisse Sofa, das sie letztes Jahr in der IKEA erstanden hatten.
Es konnte sich nur noch um Minuten handeln, bis der knetende Marokkaner seinen Tiger befreite und die süsse Krankengymnastin aufspiesste. Offensichtlich war sie zu allem bereit, auch dazu.
Die Marokkaner nahmen ihn nicht wahr. Viel zu sehr waren sie mit sich, ihren Knillen, den Wasserpfeifen, dem Shisha und der splitternackten Claudia beschäftigt. Der Tisch war mit gebrauchtem Geschirr überladen – sie hatten also das Chili-Con-Carne-Mahl schon hinter sich. Braune Fleischspritzer überall.
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