Dann drehte er sich um und wollte gehen. Dann hob er Martinas Neglige auf und warf es ihr zu. Dasselbe tat er mit dem Kimono. „Ich bin ja kein Unmensch, nicht dass dir oder deiner Möse kalt wird.“
Martinas Lippen waren aufgeplatzt und bluteten, ebenso eine Augenbraue. Kalle mußte hart zugeschlagen habe. Ich haßte dieses Arschloch.
„Was hast du vor?“, fragte die Skipperin leise.
„Kannst du dir das nicht denken? Dein Ex hat mir mir Kontakt aufgenommen. Ihr lebt getrennt, seid aber noch nicht geschieden. Wenn dir also was passieren sollte, erbt er schon noch ein bißchen was. Er muß wohl ziemlich klamm sein. Also, ich lege ab, wir schippern Richtung Duisburg, dann geht es über den Rhein Richtung See und wenn wir weit genug draußen sind, setze ich euch außer Gefecht, ich ziehe den Stöpsel und springe von Bord. Ich werde dafür sorgen, dass Ihr hier nicht raus kommt. Den Bullen werde ich sagen, dass ein blinder Passagier an Bord war, der das Schiff gekapert hat und dass es aus welchen Gründen auch immer unterging. Ich wollte natürlich noch die Chefin retten, aber es gelang mir nicht. Dann bin ich im letzten Moment von Bord gesprungen. Der Kahn geht unter. Die Versicherung bezahlt und ich kriege 50% vom Anteil deines Mannes.“
„Damit kommst du nicht durch. Niemals. Warum sollte er das Schiff kapern?“ Martina zeigte auf mich. „Und dass du Kohle von meinem Ex kriegst, glaubst du doch selbst nicht. Der verarscht dich doch!“
„Das werden wir ja sehen. Ich hab jedenfalls keinen Bock mehr, für diesen Hungerlohn zu arbeiten und du haust Kohle aus, um dich vögeln zu lassen.“
Die Tür wurde zugezogen und abgeschlossen. Kalle ging nach oben. Ich gab Martina das Neglige und den Kimono. Mechanisch zog sie die Sachen an. Ich nahm sie vorsichtig in den Arm. „Martina, das tut mir alles so leid. Wäre ich nicht so neugierig, wäre das alles nicht passiert.“ Sie blickte mich traurig an. „Erzähl keinen Quatsch. Das war alles schon länger geplant. Das war keine spontane Idee.“
Der Schiffsdiesel wurde angelassen. „Scheiße, was machen wir jetzt?“
Martina beruhigte mich.“ Bis zum offenen Meer dauert es ein bißchen. Bis dahin kommen wir hier irgendwie raus.“ Na dann, man Tau.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.