Conanicut Island entgegen

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Conanicut Island entgegen

Conanicut Island entgegen

Reinhard Baer

Am frühen Morgen brachen wir auf. Auf ein Frühstück in dem Drecksloch verzichteten wir. Wenn die Hygienestandards in der Küche so waren wie ansonsten im Hotel dann ‚Danke nein!‘ Schon beim darüber nachdenken konnte man sich ja einen Herpes zuziehen..

Wir zogen auf der Straße ostwärts der geheimnisvollen Insel und ‚Big Jack‘ entgegen. Die Landschaft war abwechslungsreich und, wenn sie frei war von menschlichen Spuren, schön. Allerdings war sie das nicht immer. Häufig wurde der idyllische Anblick getrübt von ausgebrannten Autowracks und alle paar Hundert Meter von immer wieder an starken Ästen großer Bäume aufgehängter Menschen. Natürlich waren sie ‚wiedergekommen‘ und hingen dort jetzt fauchend und zappelnd in Wind und Wetter, was ihre Kadaver nicht schöner machte. Die meisten hatten Schilder vor der Brust, auf denen ‚Verräter‘ stand oder ‚Niemand betrügt Big Jack‘. Eine untote Frau, die einmal schönes blondes Haar gehabt haben musste, hatte auf dem Schild stehen ‚Wenn Big Jack Lust hat, sagt man nicht nein!‘
Einmal lasen wir auch: ‚Ich wollte flüchten‘ und konnten uns darauf zunächst keinen rechten Reim machen.

Plötzlich begannen unsere Pferde, nervös zu tänzeln. Auch die Maultiere wurden unruhig und stellten die Ohren auf. Wir waren auf der Hut, denn die Tiere würden ihre Gründe haben! Und dann kamen sie: Donalds! Die Tiere hatten sie um einiges vor uns gehört und nun hörten wir sie auch eine Weile, bevor wir sie sehen konnten, denn sie kamen in einem Waldstück von links aus dem Unterholz. Es war eine ziemlich große Herde, etwa 15, Frauen, Kinder und Männer, bzw. was von ihnen übrig war. Einige wirkten noch relativ frisch, andere faulten schon länger vor sich hin. Erstaunlich, dass sie es immer noch schafften Menschen zu töten. Eigentlich sollte man inzwischen gelernt haben, sich ihrer zu erwehren.

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