Cosimas Zwiespalt

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Cosimas Zwiespalt

Cosimas Zwiespalt

Wulff Triebsch

„Keine Sorge!“, erklärte Manuel und blickte auf Jans Zeichenblock auf der Staffelei und seine Stifte auf der Ablage daneben.
„Er kommt wieder.“
„Hoffentlich sind dann die beiden verschwunden. Jan kann den Anblick nicht ertragen: Gunda in den Armen dieses Kerls“, meinte Evelin.
„Was ist dabei?“, fragte Manuel.
„So sind unsere Gepflogenheiten. Jeder kann es mit jedem, Gunda macht es jetzt mit Gabriel und demnächst wieder mit Jan. Wo ist das Problem?“
„Bist du so blind oder willst du es nicht wahr haben?“ Evelin zögerte einen Augenblick.
„Jan ist verliebt in Gunda!“
Manuel schüttelte verständnislos den Kopf.
„Na und? Dann liebt er eben Gunda.“
Kopfschüttelnd machte sie einen großen Schritt auf Manuel zu und starrte ihn grimmig an.
„Möchtest du zusehen, wie ein daher gelaufener Kerl ausgerechnet die Frau vögelt, die du liebst, und deine Geliebte den Kerl auch noch zügellos auffordert, sie zu ficken?“
Was Evelin mit nur einem Satz geschildert hatte, löste in meinem Kopf gleich eine ganze Flut von Bildern aus: Ich war Manuels Geliebte! Welchen Spaß sollte Manuel daran haben zuzuschauen, wie ich mit gespreizten Beinen meinen Körper einem ‚daher gelaufenen Kerl‘ anbot, ich es kaum erwarten konnte, dass er sich auf mich stürzte und mich durchvögelte?
Ich wich Manuels Blicken aus, hielt jedoch inne, als ich sein merkwürdiges Lächeln wahrnahm. Seine Augen hielt er lustvoll auf mich gerichtet, seine Lippen leicht gepresst, als müsste er seinen Atem anhalten. Seine Hände hielt er in seinen Hosentaschen vergraben, als sollte ich nicht sehen, was sie dort anstellten.

In das Knarren der Ateliertür, die sich langsam öffnete, mischte sich eine männliche Stimme.
„Warum steht Jan auf dem Flur? Was ist hier los?“ Ein Mann erschien, stellte einen großen Zeichenblock auf eine Staffelei und seine Zeichenstifte gleich daneben.

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