Ich habe wenig Zeit“, erwiderte er. - Auch das genügte mir.
Ein flüchtiger Blick und wir fanden uns in einem Atelier hinten in seiner Kunstgalerie wieder, zwischen Staffeleien und Leuchten, auf einem Sofa, auf dem die Modelle den Künstlern posierten. Eine kurze Berührung unserer Hände und wir lagen uns wieder in den Armen, unsere Kleider wenig später auf dem Boden, und wir auf dem Sofa nackt übereinander. Es war wie beim ersten Mal, und die Orgasmen reihten sich in rascher Folge aneinander, als müsste ich den Rest meines Lebens mit ihnen verbringen.
„Gibt es einen Mann an deiner Seite?“, wollte Manuel wissen, als ich danach erschöpft an seiner Seite lag.
„Ich konzentriere mich ganz auf mein Studium“, entgegnete ich ausweichend und zögerte, mehr zu sagen.
„Gabriel, mein Dozent, greift mir unter die Arme, damit ich alle Prüfungen bestehe“, flüsterte ich ihm zu.
„Verstehe!“, meinte er und küsste erst meine linke Brust, dann meine rechte. Sein Blick verriet mir, dass er sich gerade konkret vorstellte, wie Gabriel mir ‚unter die Arme' griff. - Eifersucht schien er nicht zu kennen.
„Und du? Lebst du allein?“, fragte ich ihn. Manuel zögerte und antwortete, dass es in seinem Leben keine nennenswerten Frauen gab, nur Evelin, eine ‚Hilfskraft für die täglichen Arbeiten‘, und Gunda, eine gelernte Steuerberaterin, die in seiner Galerie die Buchhaltung erledigte.
„Beide sind aber mehr unseren Nachwuchskünstlern zugetan, besonders Raoul“, erzählte Manuel.
„Ihm stehen beide Frauen Modell, vorzugsweise nackt, für Akt-Zeichnungen. Evelin schließt noch nicht einmal die Tür, wenn sie danach alle Hemmungen ablegt, und Raoul sie vögelt.“
Ob ihn das störte, hatte Evelin eines Tages Manuel gefragt. ‚Nein, im Gegenteil', hatte er erregt erwidert. Evelin hatte ihn danach sogar eingeladen, mitzumachen.
Cosimas Zwiespalt
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Cosimas Zwiespalt
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