Damenbesuch

Geschichten vom Anfang der Sinnlichkeit

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Damenbesuch

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Stayhungry

Er wünschte sich zarte Sinnlichkeit, Erotik und Intimität ohne Drängen, Bedingungen und Enttäuschungen. Zeitlos sollte weibliche Gegenwart in seinem Leben sein, anregend, sinnlich, unbeschwert. Und statt in endloser Folge vergeblich weiter zu suchen und auf den Hauptgewinn in dieser Lebenslotterie zu hoffen, fand er einen Weg, sich und sein Innerstes den Damen erfahrbar zu machen.

Anfangs lief das Ganze noch nicht so richtig rund. Es fanden sich schüchterne junge Frauen ein, die nicht ewig auf eine funktionierende Beziehung warten wollten, um sich in Sinnlichkeit zu erfahren. Und es kamen forsche Damen, die letztlich nur scharf auf Frischfleisch waren und jeden Neuen im Angebot testeten, mochte er sich noch so feingeistig und einfühlsam präsentieren. So etwas konnte schließlich auch eine geschickte Verschleierung der wahren Begierden darstellen. Die einen waren sichtlich nervös und konnten sich nicht einlassen auf das Angebot vollkommen freier Entscheidung in fremder Umgebung und die anderen taten genau dies nicht, weil sie sich gönnerhaft zwar ein wenig Service und Verehrung angedeihen ließen, aber dann doch schnell zur Sache kommen wollten. Das war zwar nicht unangenehm, brachte ihm jedoch nicht den gewünschten zeitlosen sinnlichen Genuss, sondern nur schnellen, scharfen, vorhersehbaren Sex, der sich, wie er schon vielfach erfahren hatte, viel mehr in engen, unausgesprochen definierten Grenzen bewegte, als dessen Befürworterinnen sich eingestehen wollten.

Die Kritiken auf dem Dating-Portal über ihn waren daher zunächst eher durchwachsen und nicht allzu schmeichelhaft. So manche, die er dann ja doch lustvoll durchgevögelt hatte, schmähten ihn als Langweiler, der keinen Plan habe, wie er in die Gänge kommen soll. Doch gerade diese Bewertungen waren seinem gewünschten Ziel förderlich. Die Schüchternen wussten, hier erwartete sie kein durchgeknallter Irrer, der für ein charmantes Dinner uneingeschränkte Hingabe im Exzess erwartete.

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