Ich ging am Wasser spazieren, blickte von einem abgelegenen Felsen aufs Meer hinaus und war einfach nur tief unglücklich, ohne wirklich einen Grund dafür benennen zu können, denn eigentlich hatte ich nichts Falsches getan. Ich hatte Daphne nicht einmal angefasst. Sie fehlte mir in diesem Moment einfach.
Erst zum Abend hin besserte sich mein Befinden endlich. Ich hatte mir eine Flasche Rotwein geöffnet, das Radio angestellt und mich auf die Veranda vor meinem Haus gesetzt. Von meinem Stuhl aus konnte ich die Sonne sehen, die sich groß, rot und mächtig über dem Meer in die Tiefe senkte. Was für ein wunderschöner und atemberaubender Anblick. Ich hörte auf das beruhigende Rauschen des Wassers und ich genoss die so leise Melodie der Wellen, die sich im regelmäßigen Abstand wiederholte. Der kühle Wein versetzte mich in eine friedvolle und angenehme Stimmung. Jetzt dachte ich mit Freude noch einmal an diesen so zauberhaften Morgen zurück und ich glaube, in diesem Moment hatte ich endlich auch wieder ein Lächeln auf meinen Lippen.
Jedenfalls war ich so von meinen Gedanken, der Musik und meinen Träumen gefesselt, dass ich mich regelrecht erschrak, als auf einmal wie aus dem Nichts Daphne bei mir auf der Veranda stand. Sie hatte dasselbe freche und schöne Outfit an, wie schon am Tage zuvor, und sie blickte mir tief in die Augen. „Hey, alles gut bei dir? Was ist los?“, fragte sie leise und ich nickte verlegen. „Wir haben dich heute vermisst. Warum bist du nicht ins Café gekommen? Habe ich dir was getan oder etwas Falsches gesagt?“. „Nein“, seufzte ich und dabei nahm ich zärtlich ihre Hand, um sie in diesem Augenblick einfach festzuhalten. Nach einem kurzen Moment des Schweigens bot ich ihr dann ein Glas Wein an, welches sie gerne annahm. „Wollen wir noch für einen Augenblick ans Wasser, ich würde gerne den Mond sehen?“, fragte sie und ich hielt das für eine gute Idee.
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