Mit dem Erfolg dieser Erfahrungen lud er selbst gelegentlich den Reiz des Besonderen suchende Damen ein in Agnes' Haus. In dieser Hinsicht wurde er geliebt, auch wenn alles sich begrenzte auf den Ausbruch aus dem Alltag. Agnes hingegen wurde mit dem Rückzug der Trauer um Tina zu einer lieben Freundin, die aber seine intime Nähe nicht mehr suchte. So sehr K. noch eine unerfüllbare Sehnsucht nach ihr empfand, so wenig hatte er den Mut aussichtloses Werben zu wagen und sich ihr aufzudrängen.
Daria bewegte sich außer Konkurrenz. Es war schon ein Gewinn, dass sie überhaupt bereit gewesen war; sich buchen lassen. Dass sie beeindruckt wäre, durfte er nicht erwarten.
*
Daria saß in ihrer Ganzkörperfessel anmutig an der Bar. K. bestellte Sekt und stieß mit ihr an auf diese Nacht und die bevorstehenden Freuden. Daria brauchte die beruhigende und enthemmende Wirkung des Alkohols sicherlich nicht, aber er schien ihr zu munden. Auf in den Kampf, mein Gebieter! Wohin geht's? lachte sie und stieg vom Hocker. Petra wies den Weg und K. geleitete Daria als Gefangene nach eigenem Willen durch die weitläufige Lounge. Er brauchte keine Leine, sie blieb dicht an seiner Seite. Die Fessel war noch weit gefasst, so dass sie elegant schreiten konnte, begleitet vom metallischen Reiben der Ketten in den Führungsösen. Manche der Anwesenden nahmen nur beiläufig Notiz von dieser Schönheit in Fesseln, mit denen sie zu erkennen gab, wonach sie sich sehnte, andere starten sie begehrend bis gierig an. So manches Glied reckte sich in offenen Slips und Ledergeschirren. Fand sie einen Mann ansprechend, hielt sie vor ihm inne und nickte ihm zu, dabei waren welche, die sich anfangs gar nicht so angeregt gegeben hatten. Sie wählte nicht nach Jugend oder vordergründiger Attraktivität, im Gegenteil. Zwei wilde, kraftstrotzende Kerle, ein ältlicher Bauchträger und drei schüchterne Spanner waren es, aber jeder hatte einen tiefen, nachdenklichen Blick.
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