Und dann war da nur noch Bewegung – langsam zuerst, dann wilder, unkontrollierter. Wir rangen miteinander, nicht wie Gegner, sondern wie zwei Ströme, die sich zu einem Fluss vereinen. Ihre Nägel hinterließen Spuren auf meiner Haut, meine Zähne markierten sanft ihre Schulter. Es gab keinen Anfang und kein Ende, nur diesen Moment, in dem wir uns gegenseitig auseinandernahmen und wieder zusammensetzten, jedes Mal ein bisschen anders als zuvor.
Die Luft war schwer von unseren Atemzügen und vom Schweiß, der zwischen unseren Körpern klebte. Ihre Muskeln spannten sich unter meinen Händen, ihr Rücken wölbte sich, als würde sie versuchen, noch näher an mich heranzukommen. Ich konnte fühlen, wie ihr Puls unter meinen Lippen an ihrem Hals jagte, wie ihr Atem stockte und dann in einem kehligen Stöhnen entwich. Der Geruch von uns – Erde, Salz, etwas Unbeschreibliches – war so intensiv, dass ich ihn auf der Zunge schmecken konnte.
Sie war die Erste, die den Rand erreichte. Ihr ganzer Körper zuckte, als würde ein Blitz durch sie hindurchfahren, ihre Finger krallten sich in meine Hüften, als würde sie sich festhalten müssen, um nicht weggetrieben zu werden. Ich sah ihr zu, wie sie sich verlor. Ihre Lippen bewegten sich, aber es kam kein Laut heraus – nur dieses stumme, verzückte Staunen, das mich härter und schneller in sie hineintreiben ließ.
Dann war es mein Körper, der sich nicht mehr halten konnte – ein Erdbeben, das mich von innen heraus zerbrach und wieder zusammensetzte. Ich vergrub mein Gesicht in ihrem Hals, während ich mich in ihr entlud, jedes Zucken meiner Muskeln ein Echo ihrer eigenen Erschütterung. Wir blieben so liegen, atemlos, verschmolzen, als würde die Welt um uns herum nicht mehr existieren. Und in diesem Moment war ich nirgendwo anders – ich war genau dort, wo ich hingehörte.
Das Abenteuer eines Aussteigers
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