Das Auslandspraktikum

Das Werk - Teil 2

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Das Auslandspraktikum

Das Auslandspraktikum

Solveig Raun

In der Unterkunft angekommen, zeigte man mir mein Zimmer mit Bad und wünschte mir gute Nacht. Morgen durfte ich noch ausschlafen, Dienstbeginn war erst gegen 10 Uhr. Ich fiel todmüde in einen traumlosen Schlaf.
Die ersten Tage verliefen unspektakulär, ich sah und hörte eine Menge neuer Hinweise, Aufgaben und Namen. Mir schwirrte der Kopf und es waren ständig fremde Menschen um mich herum, die arabisch und französisch mischten. Wenn ich abends nach der Spätschicht ins Bett fiel, vermischte ich Bilder im Schlaf und Stimmen. Jamal sah ich in den Tagen selten, er hatte anscheinend woanders zu tun.
Dann kam der entscheidende Nachmittag. Ich war allein in meiner Unterkunft, es war Samstag und gegen späten Abend sollte ich zu einer Hochzeitsfeier mitgehen, die im Ort stattfand. In der Vorfreude durchsuchte ich meinen Kleiderberg im Schrank – mal wieder nichts Passendes. Also: Auf in die Innenstadt und shoppen. Ich ging spontan in verschiedene Geschäfte, erklärte auf Französisch mein Anliegen, etwas für eine Hochzeit einer Bekannten zu suchen. Nach gefühlt zehn Läden mit Kleidern in diversen Farben, Ausschnitten und Längen hatte ich endlich ein Kleid gefunden. Es war dunkelblau, der Rücken recht frei und vorne mit schmalen Trägern, die sich hinter dem Hals kreuzten. Der Stoff war fließend, lag gut und vor allem kühl auf meiner Haut. Schal und Schuhe dazu konnte ich von mir selbst nutzen. Auf dem Rückweg grübelte ich über meine Haare nach.
Wieder in der Unterkunft, ging ich in mein Zimmer. Ich war immer noch allein und ließ die Tür daher angelehnt. Schuhe aus, Klamotten aus – schnell unter die Dusche hüpfen. Ich klebte und war vom Ausflug durchgeschwitzt. Danach wickelte ich mich in ein großes Handtuch, ging ins Zimmer zurück und begann, mich trocken zu reiben.

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