Vor knapp sechs Wochen hatte ich Post bekommen. Meine Bewerbung für das Auslandspraktikum hatte Interesse geweckt und ich war kurz darauf zum Gespräch eingeladen, mit noch neun anderen jungen Leuten aus ganz Deutschland. Das Gespräch verlief für mich gut, ich war zwar aufgeregt, konnte aber mit Wissen und mit ein bisschen Humor punkten. Außerdem sprach ich ziemlich gut Französisch. Das gab Pluspunkte und vielleicht auch den Ausschlag, dass ich eine Woche später am Telefon die Zusage für den Praktikumsplatz bekam. Dann verflogen die Wochen, es mussten noch Vorbereitungen wie Impfcheck, Papierkram, Reiseapotheke etc. von mir erledigt werden.
Jetzt saß ich endlich im Flugzeug. Leider kein Direktflug und mein Herz klopfte wild. Einmal umsteigen, etwas Wartezeit und gegen 21 Uhr Ortszeit sollte ich in der Hauptstadt landen. Vorfreude und Angst mischen sich in meine Gedanken, schlafen konnte ich nicht, obwohl ich müde war. Als das Essen an Bord kam, bekam ich kaum etwas runter. Meine Playlist lenkte mich ab, ich war froh über meine Kopfhörer. Im Flugzeug waren viele Deutsche, aber dem Aussehen und der Sprache nach auch viele Ausländer. Verstohlen musterte ich einige der Reisenden, vor allem die männlichen. Die meisten waren dunkel- bis schwarzhaarig, manche leicht gewellt oder lockig. Die Hautfarbe etwas dunkler als bei Europäern, klar bei den Sonnenzeiten vor Ort. Von der Kleidung her gab es kaum Unterschiede, lediglich die älteren Herren legten Wert auf Anzüge und gebügelte Hosen statt Jeans. Insgesamt wirkten die meisten sehr auf ihr Äußeres bedacht, wilde Bärte, lange Haare oder zerknitterte Hemden und T-Shirts sah ich gar nicht.
Ich schloss erstmal die Augen, konzentrierte mich auf die Musik und döste vor mich hin. Als die Anschnallzeichen aufleuchteten, stellte ich die Lehne wieder hoch und machte die Musik aus.
Das Auslandspraktikum
Das Werk - Teil 2
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Das Auslandspraktikum
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