Schnell sprang ich auf, schnappte mir den Rahmen, über dem noch eine Kette von ihm hing und stürmte auf den Balkon. Gerade noch so erwischte ich ihn, bevor er in seinen tiefergelegten Proll-BMW einsteigen wollte und schmiss ihm den Rahmen mit Wucht nach unten.
‚Hier, damit du mich nicht vergisst,‘ rief ich ihm noch nach.
Würde er bestimmt nicht so schnell, denn ich hatte schlecht gezielt und voll das Dach seiner Karre erwischt. Der Rahmen zersprang in einige Teile, das Bild flatterte im leichten Wind und die Delle auf seinem Autodach machten es auch nicht gerade schöner. ‚Pech, hättest du dir ersparen können, wenn du deinen Schwanz nicht in fremde Fotzen gesteckt und dich dabei sogar noch filmen lassen hättest.‘
Ich ging an den Schrank und gönnte mir erstmal einen Rum mit Eis. Einen von dem ‚Guten‘, aus Barbados, fassabgefüllt. Genau der richtige Stoff, um mit mir selbst auf die neu gewonnene Freiheit anzustoßen und dann nach einem entspannten Bad, gechillt ins Bett zu gehen. Vorher noch eine Nachricht an Max:
„War ein toller Tag heute und hat riesig Spaß gemacht! Danke, dass ich dabei sein durfte. Freitag geht klar, wo soll ich wann sein?“
„Hi, Leo! Hat mir auch gefallen. Schreibe ich dir noch, kläre ich mit Bianca ab. Schönen Abend noch.“
Dann läutete ich den Feierabend ein …
Max: Bianca war noch nicht zu Hause als ich ankam. Eigentlich komisch, weil mittwochsnachmittags die Praxis geschlossen war, und von einer Weiterbildung hatte sie nichts gesagt. Bestimmt traf sie sich wieder kurzfristig mit ein paar Mädels zum Shoppen. Das machte sie öfter, weil sie eine kleine Fashionqueen war. Klamotten waren voll ihr Thema.
Nicht besonders schwer, wenn ich die komplette Miete vom Geld meines Vaters bezahlte und sie nur etwas zum Unterhalt beitragen musste. Da blieb genug von ihrem Gehalt als Zahnarzthelferin, mit der einen oder anderen Weiterbildung, übrig.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.