Das Budget - Teil 1

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Das Budget - Teil 1

Das Budget - Teil 1

Gero Hard

Meine Wahl war längst auf Wirtschaftsrecht gefallen. Ich wollte die Rechtsabteilung eines großen Konzerns verstärken und später leiten. Es gab unzählige Firmen, die ich in die engere Auswahl genommen hatte. Angeregt durch ein halbjähriges Praktikum bei TUI. Das war meine Welt! Mein Vater sah das selbstverständlich anders.

„Wofür hab ich das denn alles aufgebaut?“, war immer dann seine Frage, wenn ihm sonst kein anderes Argument mehr einfiel. Und wie sonst auch antwortete ich gewohnt rotzig.

„Für dich. Und es war gut Paps, weil es das war, was du immer wolltest, und weil es dir und uns den Lebensstandard ermöglichte, den du für uns als angebracht erachtet hast.“

„Der dir immerhin dein Studium finanziert und dich nicht schlecht leben lässt, mein lieber Sohn.“

„Und dafür danke ich dir und Mutter auch sehr. Nur vergisst du dabei, dass ich mir nichts aus dem ganzen Prunk und Reichtum mache. Ich muss keinen Porsche fahren und Armani-Anzüge tragen, oder in einer prächtigen Villa wohnen.“

„Na, dann möchte ich mal erleben, wie das wohl aussieht, wenn ich dir den Geldhahn zudrehe. Vielleicht keine so schlechte Idee! Max, du bist jetzt 24, da verdienen andere ihren Lebensunterhalt schon lange selbst.“

Das war der Moment und genau die Aussage, die mich trotzig werden ließ. Natürlich war ich dankbar für alles, was meine Eltern für mich bisher getan hatten. Und mir war sehr bewußt, dass mein Leben ohne die Finanzspritzen von ihnen völlig anders verlaufen wäre. Hätte er mich zu dem Zeitpunkt trockengestellt, hätte es mich zweifellos in Bedrängnis gebracht. Den Konfrontationskurs zu fahren, nutzte mir also nichts. Ich war noch nicht soweit, mein Leben selbst zu bestreiten. Bianca, meine Freundin, verdiente als Zahnarzthelferin nun auch nicht genug, um uns beide durchzufüttern.

„Papa, ich möchte dir einen Deal vorschlagen: Ich verzichte monatlich auf 1.500€. Mir reichen die 1.

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