Das Budget - Teil 1

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Das Budget - Teil 1

Das Budget - Teil 1

Gero Hard

Nun atme mal tief ein und aus und dann starten wir durch, ok?“ 

Max nahm kurz meine beide Hände und rubbelte sie in seinen Handflächen, um die Durchblutung wieder in Gang zu bringen. Dann nahm er sich seinen Koffer, fasste mich am Oberarm und zog mich sanft mit.

„Na komm, wir schaffen das zusammen!“

Sein ‚wir schaffen das zusammen‘ gab mir ein Gefühl von Sicherheit zurück. Er strahlte solch eine Ruhe aus, die sich durch seine Hände auf mich übertrug.

In dem Zimmer empfingen uns die Eltern des kleinen Mädchens und die Patientin natürlich. Die Mutter wirkte gefasst, aber ihre Augen verrieten, wie es wirklich in ihr aussah. Die Eltern sahen sich an und lächelten gequält, aber ihnen war bewußt, dass sie für ihr kleines Mädchen stark sein mussten.

Alina hatte man die Rückenlehne aufgestellt und sie im Bett aufgerichtet. Sie versuchte uns anzulächeln, als wir ins Zimmer kamen. Natürlich wußte sie, was nun passieren sollte und freute sich auch drauf. Nur mit der Kraft sah es bei

ihr schlecht aus.

Mich erschreckte im ersten Augenblick ihr Anblick. Die Haut hatte eine unnatürliche, blasse Farbe bekommen, ihre Augen waren zu dunklen Höhlen geworden und sie hatte alle Haare verloren. Keine Haare auf dem Kopf, keine Augenbrauen und Wimpern, so etwas hatte ich noch nie gesehen. Es wirkte unnatürlich, sogar maskenhaft und erschreckte mich. So erschrocken ich auch war, Max blieb durch und durch Profi und ließ sich nichts anmerken.

Die Eltern setzten sich nach der Begrüßung an ihr Bett und hielten die Hände von Alina, der krebskranken, 12jährigen Patientin.

Max führte verschiedene Kartentricks vor, baute Tiere aus langen Schlauchballons, zauberte Blumensträuße aus einem Zylinder und machte große Seifenblasen mit einem überdimensionalen Metallring. Fast eine Stunde spielte er mit ihr, zauberte ihr ein Strahlen in die dunklen Augen und brachte sie zum Lachen, was sie bestimmt lange nicht getan hatte.

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