Das Budget - Teil 1

75 36-56 Minuten 0 Kommentare
Das Budget - Teil 1

Das Budget - Teil 1

Gero Hard

Beifall klatschen, konnte sie nicht mehr, aber man sah ihr an, dass sie es gerne getan hätte.

Nicht selten sah ich Tränen in den Augen der Mutter und auch der Vater hatte schwer zu schlucken. Und immer, wenn das passierte, musste ich mich zur Seite drehen und auch meine Tränen abwischen.

Max blieb tapfer, wie auch die kleine Maus in ihrem Bett, die mit uns ihre letzten glücklichen Stunden erleben durfte.

Grausam wurde mir vor Augen geführt, wie hart das Leben zuschlagen konnte. Aber zu erleben, dass WIR es waren, die ihr ein letztes, fröhliches Lachen entlockten, machte mich bei aller Betroffenheit auch mächtig stolz.

Zum Abschied nahmen wir die kleine Maus noch in den Arm und drückten sie fest. Sie legte auch ihre Arme um unsere Schultern, aber völlig ohne Kraft.

Ihre Eltern begleiteten uns auf den Flur und bedankten sich überschwänglich und drückten uns beiden 50 Euro in die Hand, die wir nur unter Protest und widerwillig annahmen.

In bedrückter Stimmung gingen wir den Krankenhausflur entlang. Nun konnte auch Max seine Tränen nicht mehr zurückhalten. Ich weiß nicht warum, aber ich musste ihn einfach in die Arme nehmen. Es war meine Art ihn zu trösten, die er dankbar annahm. Lange standen wir umschlungen mitten im Gang, bis die Oberschwester zu uns kam und uns

auch dankte.

Nachdem mir Max noch seine Adresse verraten hatte, verließen wir zusammen die Klinik. Meine Laune war im Keller. Umso mehr freute ich mich, ihn abends wiederzusehen.

Max: Der Auftritt fiel mir selbst nicht leicht. Zumal ich nicht nur auf die kleine Patientin, sondern auch auf Leo aufpassen musste. Aber sie machte das ganz gut, angesichts der besonderen Situation und hielt auch tapfer bis zum Schluss durch.

Ich selbst war froh, es überstanden zu haben, denn ich musste mir, wie alle anderen, die Tränen verkneifen. In der Rolle des Zauberers durfte ich mir keine Schwäche erlauben.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 5799

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben