Wo auch immer sie gewesen war, dort gab es Männer und Sex.
Ich ging die Szenarien immer und immer wieder durch, suchte nach logischen, aber unverfänglichen Erklärungen, fand aber keine. Versuchte mir einzureden, dass sie mir niemals fremdgehen würde, obwohl alle Anzeichen dagegen sprachen.
Eine eingehende Sprachnachricht über WhatsApp riss mich aus meinen wirren Gedanken. Es war der Vater von Alina, der mir unter Tränen mitteilte, dass seine Tochter eineinhalb Stunden nach unserem Auftritt zu einem Sternenkind geworden war. Er dankte nochmal und wünschte uns alles Gute für die Zukunft, ausdrücklich mit der Bitte, auch Leonie die besten Wünsche auszurichten. Leonie … sie wollte ich sowieso noch anfunken. Mir war nicht klar, warum sie einfach wieder gegangen war. Ich musste unbedingt wissen, welchen Geist sie gesehen hatte.
Ich versuchte sie anzurufen, ließ es klingeln, bis ihre Mailbox anging. Aufgeregt und durcheinander quasselte ich das Ding voll, bis es sich wieder abschaltete. ‚Warum sie wieder abgehauen wäre, wo ich doch alles vorbereitet hatte‘. Redete und redete, wie enttäuscht ich von ihr sei. Und nicht zuletzt, richtete ich ihr die guten Wünsche und den Dank von Alinas Vater aus. Ich brachte gerade noch unter, dass sie leider kurz nachdem wir weg waren, verstorben war.
Ich drückte den ‚Aus‘- Knopf, nachdem ich den Piepton ihrer Mailbox hörte. Ich war mehr als bedient. Freitagabend, mein Besuch versetzte mich, meine Freundin flüchtete vor mir und dann wieder das Bild der totkranken Alina vor mir. Na toll, so hatte ich mir den Abschluss der Woche auch nicht vorgestellt.
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Es war weit nach halb drei nachts, als Bianca nach Hause kam. Das gleiche Schauspiel, wie bereits Vorgestern. Wieder das Schleichen, wieder diese komische Geruchsmischung und wieder das eilige Duschen.
Der einzige Unterschied war, dass ich ihr gleich zwischen die Beine griff, während sie versuchte unter die Bettdecke zu krabbeln.
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