Würde ich zu Hause ein Bett bekommen, wovon ich ohne zu fragen ausgehen dufte, würde ich als erstes den Geldhahn für meine untreue Exfreundin zudrehen. Dann würde ich mit dem Vermieter sprechen und versuchen, mich aus dem Mietvertrag streichen zu lassen. Das würde zwar ohne das Einverständnis von Bianca nicht gehen, aber wofür hat man einen Rechtsanwalt in der Familie.
Ich bekam Kopfschmerzen von der ganzen Grübelei, die mich jetzt, mitten in der Nacht nicht weiterbrachte. Und unbequem war es auch noch. Warum hatte ich Bianca mit ihrem Willen durchkommen lassen, als sie mit Dackelblick auf diese Couch bestand. Ein Himmelreich für eine vernünftige Schlafcouch.
Leonie: Es war, als hätte man mich schockgefroren! Der Moment, als die fremde Wohnungstür vor mir aufschwang und diese Frau vor mir stand. Ich hatte Max erwartet und nun? Sollte ich aufschreien, oder losheulen, sollte ich ihr eine schallende Ohrfeige verpassen oder ihr mein Knie in den Unterleib rammen? Ja, auch bei uns Frauen tat das höllisch weh, wenn das Knie die untere Spitze der Schamplatte traf.
Das Gesicht dieser Frau würde ich so schnell nicht vergessen. Ich kannte es schon. Noch nicht lange, seit Mittwoch um genau zu sein. Ich kannte ihr Lächeln, wußte wie sie aussah, wenn sie leidenschaftlich küsste und ich würde den
Ausdruck in ihren Augen nicht vergessen, wenn ein Schwanz tief in sie hineinstieß, bis sich ihr Gesicht zu einer Fratze verzerrte, wenn sie von einem zuckenden Orgasmus gefangen wurde.
Sie war es! Eine Verwechslung war absolut ausgeschlossen! Diese Frau war die Frau auf den Fotos mit Mario. Die kleine Nutte, mit der er die kleinen Schmuddelfilmchen gedreht hatte. Die, mit der mich mein Ex wohl schon seit Wochen beschissen hatte.
Ich spürte förmlich, wie die Haut in meinem Gesicht durch meine weit aufgerissenen Augen straff gespannt wurde. Jedes Wort blieb mir im Hals stecken, wäre sowieso zuviel gewesen.
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