Das Budget - Teil 1

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Das Budget - Teil 1

Das Budget - Teil 1

Gero Hard

Ich musste mich setzen, war am Ende meiner Kräfte, nach einer guten Stunde Kinderprogramm bei dem Wetter. Und das schon das dritte Mal an diesem Tag.

Die Oberschwester kam vorbei und gab uns zwei Flaschen gut gekühltes Mineralwasser. Obwohl ich glaubte, dass jeder Tropfen davon verdampft sein würde, bevor er in meinem Magen landete, sollte es mich vor der drohenden Dehydrierung retten und meinen Durst löschen. Sie war einfach die Beste.

„Und wie bist du dazu gekommen, Max? Ich meine, überhaupt, das ganze Projekt, das Budget und alles.“

„Ich hatte Stress mit meinem Vater. Er ist Anwalt mit eigener Kanzlei. Natürlich will er, dass ich mit einsteige. Ist aber nicht mein Ding. Dann hat er gedroht, mir den Geldhahn zuzudrehen. Dann kam mir die Idee mit dem Budget. Das ist die Kurzgeschichte dazu.“

„Und was ist das für ein Familienereignis gewesen, das mit den kranken Kindern verbunden ist? Oder magst du das nicht sagen?“

Ich öffnete das Fotoalbum in meinem Handy und zeigte ihr ein Foto.

„Och, die ist ja süß, wer ist das?“

„War …! Es muss ‚war‘ heißen, Leoni! Das war meine Schwester, 11 Jahre alt und unheilbar krank, Lungenkrebs. Die Ärzte konnten nichts mehr machen. Zu dem Zeitpunkt ging es ihr noch gut. Sie war so fröhlich und lebhaft, ein Sonnenschein. Ich habe sie geliebt, als wäre sie meine eigene Tochter gewesen. 6 Monate und 9 Tage nach diesem Foto mussten wir sie beerdigen. Es war der bisher schlimmste Tag in meinem Leben.“

„Das tut mir sehr leid! Wie lange ist das jetzt her, oder ist das zu indiskret?“ 

Ich bekam feuchte Augen, die Sache ging mir noch immer sehr nah. Leonie, die meinen Stimmungswandel bemerkte, legte mir freundschaftlich ihren Arm um meine Schulter.

„Tut mir leid Max, ich wollte keine Wunden aufreißen.“

„Schon ok und nein, ist nicht zu indiskret. Knapp 2 Jahre. Sie ist der Grund dafür, warum ich mich hier zum Clown mache.“

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