Unser Treffen steht noch aus und ich würde mich freuen, wenn du mich bei meinen Eltern besuchen würdest. Da wohne ich ja nun.“
„Ich hab nix vor und komme gern.“
Ich gab ihr die Adresse, drückte sie noch kurz und verabschiedete mich dann von ihr. Zur Vorlesung kam ich eh schon zu spät. Aber das war mir egal, denn der Grund dafür hatte sich aus mehrerer Hinsicht gelohnt. Gemütlich schlenderte ich zum Hörsaal. Mir war in dem Moment gut nach pfeifen zumute, beließ es aber beim Gedanken an Bianca bei einem gehässigen Grinsen.
Meine Exfreundin dreht Pornos, unglaublich! Hätte man mir das letzte Woche gesagt, derjenige hätte wenigstens ein blaues Auge davongetragen. Ich kam nicht so wirklich drüber weg und war schon auf ihre Reaktion gespannt, wenn ich ihr das Filmchen unter die Nase reiben würde. Schließlich rechnete sie nicht damit, dass ich von ihren heimlichen, frivolen Aktionen wußte.
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Auf meine Kumpels konnte ich mich schon immer verlassen. Pünktlich klingelten sie bei meiner Wohnung. Ich hatte den Nachmittag genutzt und schon vieles in Kartons verpackt und meine Möbel zerlegt. Viel war es ja nicht, aber wenn ich meine Sachen eingeladen hatte, würde es Bianca empfindlich treffen. Das Bett zum Beispiel, war meines. Sie würde also gezwungen sein, die Nächte auf ihrer heißgeliebten Couch zu verbringen. ‚Viel Spaß‘, dachte ich und stellte mir auch vor, wie sie sich auf dem unbequemen Ding von ihren Filmpartner durchackern ließ.
Mir sollte es egal sein und das war es auch. Ich empfand nur noch Ekel für sie und hatte ihr so einen verdorbenen Charakter niemals zugetraut. Nun gut, jedem das, was er brauchte oder verdient hatte. Nur gut, dass mir rechtzeitig die Augen geöffnet wurden.
Das Sprichwort: ‚Viele Hände, schnelles Ende‘, passte perfekt. Bett, Anrichte, etwas Geschirr und meine Klamotten waren innerhalb von eineinhalb Stunden verladen.
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