… und wartete … und wartete … und wartete.
Endlich waren Schritte zu hören, durch die dicke Tür gedämpft und doch hörte es sich an, als würde jemand durch eine große Halle poltern.
Eine schlanke Frau, vielleicht Mitte/Ende vierzig, elegant gekleidet und dezent geschminkt, öffnete und sah mich fragend an. ‚Wie schön sie ist‘, schoss es mir durch den Kopf. Das musste Max‘ Mutter sein, denn er war dieser Frau wie aus dem Gesicht geschnitten und für seine Schwester war sie deutlich zu alt. Abgesehen davon, hatte er nie etwas von einer älteren Schwester erwähnt. Die Miene der Frau hellte sich plötzlich auf.
„Sie müssen Leonie sein, stimmt’s? Max hat gesagt, dass Sie uns besuchen.“
„Ja stimmt, ich bin Leonie. Aber es ist auch ok, wenn Sie mich Leo nennen.“
„Ach, das ist ja lieb. Ich bin Anna-Lena, aber die, denen ich es erlaube, nennen mich Leni. Kommen Sie doch bitte rein, Max erwartet Sie sicher schon.“
„Und, darf ich?“
„Was meinen Sie?“
„Leni zu Ihnen sagen?“
„Natürlich! Aber nur, wenn wir uns ab sofort auch duzen.“, bestimmte die Frau, die meinen Crush geboren hatte und die ich nun Leni nennen durfte.
„Freut mich, dich kennenzulernen.“, lächelte ich sie an.
Leni ging vor. Ich sah mich um und verstand sofort, warum die Schritte vorhin so laut waren. Es war eine riesige Halle, durch die wir gingen. Ich traute mich kaum, fest aufzutreten, weil ich Angst hatte, meine lauten Schritte könnten störend wirken.
Überall hingen prunkvoll gerahmte Bilder. Mir fehlte die Ahnung, ob es bedeutende Maler waren, die diese Kunst auf Leinwand gepinselt hatten. Aber sie vermittelten den Eindruck sehr wertvoll zu sein.
Alles wirkte gediegen stimmig, farblich perfekt abgestimmt mit schweren Vorhängen vor den Fenstern. War schon ne geile Hütte, die mich wirklich beeindruckte. Ich stand ja auf so alten Kram, Antiquitäten und so Zeugs. Aber das hier, war noch ne Nummer schärfer.
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