Ich war so gefesselt, dass ich fast in Leni hineingelaufen wäre, als sie unvermittelt vor einer Tür stehen blieb. Klopfen … ‚herein‘ … da stand er! Und sein Lächeln machte mir eine Gänsehaut. Bestimmt wurde ich rot wie eine überreife Tomate, weil er meine Schüchternheit bemerkte. War es der Ort, die Anwesenheit seiner Mutter? Oder lag es an ihm, dass ich plötzlich nicht wußte, wie ich mich verhalten sollte? Sicher lag es an meiner allgemeinen Aufregung, an meinem Plan, der mich nervös werden ließ. Lange hätte ich das nicht mehr aushalten können, einfach nur so dazustehen und zu warten, was passieren würde.
Dann endlich verabschiedete sich seine Mutter. Ich hörte die Tür hinter mir zugehen, aber ein innerer Trieb ließ mich nach hinten sehen. Wir waren tatsächlich allein. ‚Jetzt oder nie‘, dachte ich und machte zwei, vielleicht drei schnelle Schritte auf ihn zu, schlang meine Arme um seinen Hals und küsste ihn.
Meine Knie wurden weich und ich spürte, wie sich mein Unterleib veränderte, alles in mir wurde plötzlich um einige Grad wärmer. Blut sammelte sich in den unteren Regionen, sorgte für einen Aufruhr der Gefühle. Noch während wir uns küssten spürte ich, wie Nässe sich sammelte und meinen Slip in ein Feuchtbiotop verwandelte.
Es war gut, dass er seine Arme um mich gelegt hatte und mich hielt. Todsicher hätten meine Knie nachgegeben, so schön war das alles. Am liebsten hätte ich ihn nie wieder losgelassen, doch ich sah in seinem Gesicht die Verwunderung über meinen Kurzschluss. So muss es ihm vorgekommen sein, nichts hatte vorher darauf hingedeutet. Nur in meinem Kopf war der Entschluss dazu schon gestern gereift und als unumstößlich gespeichert.
Ich wollte gehen, dachte einen schweren Fehler gemacht zu haben. Sein Gesichtsausdruck, ein einziges Fragezeichen.
Ich stammelte ein Feuerwerk von Entschuldigungen, brachte etwas Abstand zwischen uns und wartete darauf, dass er mich rauswerfen würde.
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