Dabei hatte ich mir geschworen, nach dem Drama mit Bianca, so schnell kein weibliches Wesen in meine unmittelbare Nähe kommen zu lassen. Und nun stand dieses schöne Wesen vor mir, das mir vor wenigen Momenten gestanden hatte, in mich verliebt zu sein. Sie, die so ganz anders war in ihrer Art. Anders, als die vier festen Freundinnen, die ich vorher hatte. Sie, die ich nun schon viermal geküsst hatte und genau die Gefühle in mir geweckt hatte, die ich nach Bianca erstmal nicht zulassen wollte.
Leonie war so zartfühlend, sensibel und hatte doch ein starkes Ego. Sie wußte genau, was sie wollte und was nicht.
Uns verband nicht nur das gleiche Ende unserer Beziehungen und unsere gemeinsamen Auftritte auf den Kinderstationen, sondern auch ein unsichtbares Band.
Ich erinnerte mich gut an die erste Nacht, die ich mit Bianca in meinem Elternhaus verbrachte. Sie war sofort fasziniert von dem Prunk und dem Reichtum, der hinter all dem steckte. Sie umgarnte mich, versuchte sich mit meiner Mutter gutzustellen und flirtete mit meinem Vater. Mutter hatte Bianca das ‚Du‘ jedenfalls erst nach fast einem Jahr angeboten und bei Leo gleich beim ersten Kennenlernen. Das sprach Bände, denn meine Mutter hatte den untrügerischen Instinkt einer Raubkatze und konnte wie keine Zweite zwischen gut und schlecht unterscheiden. Dazu hatte sie mir den ‚Daumen hoch‘ gezeigt und mich angelächelt. Sie hatte ihr Urteil gefällt …, ich musste nachdenken.
Ich hielt Leo fest, denn das Gefühl, das ich dabei empfand, war schön. Es fiel mir leicht, ihre Nähe zuzulassen und von ihr wußte ich ja schon, dass es ihr genauso ging.
„Leo, du musst wissen, dass ich sehr gern in deiner Nähe bin. Und ich finde es besonders schön, dich im Arm zu halten. Die Küsse erst, wie gut und richtig sich das anfühlt. Ich habe auch Gefühle für dich, wie du für mich.
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