„Du heckst doch irgendwas aus. Verrätst du’s mir?“
Sie kannte mich schon zu gut. Erstaunlich, dass sie mir das sofort angesehen hatte. Ich hatte tatsächlich einen Plan entwickelt.
„Nein, mein Engel, das kann ich leider nicht tun.“
Das mit dem Engel, war mir so rausgerutscht. Für Leo war es Grund genug um den Tisch herumzufliegen und mich wie eine Verrückte abzuknutschen. Erst da merkte ich, was ich gesagt hatte und fand es nicht mal schlimm.
Wir verbrachten die komplette Mittagspause zusammen. Setzten uns draußen unten einen Baum in den Schatten und plauderten gemütlich. Leo hatte sich mit angezogenen Beinen hin- und ihren Kopf auf meinem Schoß abgelegt.
Sie hatte sich meine Hand geangelt und auf ihrem Bauch platziert, wo ich ganz in Gedanken mit ihrem Bauchnabelpiercing spielte. Eine feine Gänsehaut hatte sich auf ihrer Haut gebildet. Ihre Augen waren geschlossen und sie schnurrte wie ein Kätzchen.
„Kannst du das bitte öfter machen Max? Ich glaube, du machst mich süchtig nach dir.“
„Das kann ich dir noch nicht versprechen, aber unmöglich ist das nicht.“
Ich hatte die Zeit über mit dem Handy im Netz gesurft. Zu meinem Plan fehlten mir noch ein paar Informationen.
„Leo, kannst du mir bitte noch die Telefonnummer von Eva’s Eltern geben, damit ich noch ein paar Dinge mit ihnen besprechen und einen Termin für die Übergabe absprechen kann?“
„Klaro.“
Die bekam ich postwendend.
Abends sprach ich dann wieder mit meinen Eltern über das Thema ‚Eva‘. Mir war schon klar, dass ich nicht der Retter der Welt sein konnte. Aber das Schicksal von Eva berührte mich wahrscheinlich deshalb mehr als andere Fälle, weil die Familie direkt mit Leonie verbunden war.
Am Ende des Gesprächs hatte ich alle Informationen zusammen und konnte an die Feinplanung gehen. Ein Termin für die Übergabe des Geldes war auch schnell gefunden. Ich lud die Familie zu uns nach Hause ein. Meine Eltern hatten zugestimmt, am kommenden Wochenende ein kleines Grillfest für den engen Kreis im großen Garten zu veranstalten.
Dann telefonierte ich der Reihe nach einige Sanitätshäuser ab und hatte im Anschluss alles geregelt.
Als ich dann spät im Bett lag, war ich rundum zufrieden mit mir und sogar glücklich. Die Erinnerungen an Bianca und ihre Pornos waren den ganzen Tag über nicht präsent gewesen. Doch umso deutlicher sah ich immer wieder das Gesicht von Leonie vor mir, und nicht nur ihr Gesicht.
Ich nahm mein Handy und schickte ihr eine Nachricht mit dem Termin am Wochenende und wünschte ihr eine gute Nacht, mit einem Umarmungs-Emoji zum Schluss.
Fortsetzung folgt …
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.