Das Budget - Teil 2

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Das Budget - Teil 2

Das Budget - Teil 2

Gero Hard

Egal, wie sie ihre hellblonden, schulterlangen Haare trug, ob lockig offen getragen oder streng zu einem Pferdeschwanz nach hinten zusammengebunden, sie unterstrichen ihr hübsches Gesicht. Die vollen Lippen, die schmale Nase und die Wangenknochen, verliehen ihrem Gesicht einen starken Ausdruck.

Ich kannte sie ja noch nicht so lange, aber ich mochte sie. Ihre Art, lustig, aufgeschlossen, nach außen stark, aber innerlich eine ganz weiche, zarte Seele. Eine strahlende Aura umgab sie und eine unvergleichliche Leichtigkeit. Beeindruckend war die Geschwindigkeit, mit der wir zu einer Einheit geworden waren und wie gut wir nach den wenigen Malen, in denen wir zusammen aufgetreten waren, harmonierten. Mit ihr an meiner Seite ging es mir gleich noch ein Stück leichter, selbstverständlicher, von der Hand. Ohne, dass es mir bewusst geworden war, hatte Leonie Besitz von mir genommen. Und das, obwohl Bianca selbstredend noch eine wesentliche Rolle in meinem Leben spielte.

Ich tippte auf meinem Handy herum, machte eine Liste der Dinge, die ich Montag aus der Wohnung holen wollte, oder besser, musste. Nichts lag mir ferner, als meiner Ex auch nur die kleinste Kleinigkeit zu überlassen.

Das war doch …, na klar …, Leonie mit einer anderen Frau in ihrem Alter. Sicher eine Freundin oder Studienkollegin.

Ich winkte und hätte nichts dagegen gehabt, wenn sie sich zu mir gesetzt hätten. Doch als sie mich erkannte, sagte sie noch etwas zu ihrer Freundin, sah zur Seite, als hätte sie mich nicht gesehen und beide beschleunigten weiter tuschelnd ihre Schritte. Und doch wußte ich, dass sie mich erkannt hatte. Ihr erschrockener Gesichtsausdruck hatte sie verraten.

Sie mochte ihre Gründe dafür gehabt haben, warum sie sich abgewandt hatte. Vielleicht mochte sie mich ihrer Begleitung nicht vorstellen.

Ich beschloss, ihr nicht nachzugehen oder sie anzuschreiben, weil ich sie sicherlich Montag in der Uni sehen würde.

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