Wenn ich mich nicht täuschte, hatte sie feuchte Augen.
„Das war wirklich süß von dir, wie du mit dem Jungen gesprochen hast. Denkst du wirklich so? Soll man wirklich nur auf sein Herz hören, wenn es um die Partnerwahl geht?
„Nicht nur, aber das konnte ich ihm schlecht erklären. Es muss einfach passen, denke ich. Man muss auf einer Wellenlänge sein. Zueinander stehen, sich einig sein, zum Beispiel in Erziehungsfragen.“
„Du willst Kinder?“
„Doch … ja. Am besten zwei. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen und das war nicht immer so toll. Deshalb.“
„Zwei fände ich auch schön.“
„Siehst du, passt doch. Nun lass uns weiter einräumen.“
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Die Woche tröpfelte so vor sich hin. Leonie musste sich zeitraubend auf ein Klausur vorbereiten und auch bei mir bahnte sich eine schwere Prüfung an. Abends telefonierten wir oder schrieben über WhatsApp.
Sie fehlte mir und von ihr wusste ich, dass es ihr ähnlich ging. Am Freitag hielt ich es nicht mehr aus. Seit Dienstag nach dem Auftritt, hatten wir uns nicht mehr gesehen. Ich musste sie einfach besuchen fahren.
Mit etwas Sushi auf dem Beifahrersitz und einer einzelnen langstieligen Rose klingelte ich bei ihr. Sie öffnete und sprang mir sofort mit ihren Beinen um meine Hüfte und klammerte sich an mir fest.
„Ich freu mich so, dass du da bist, was für eine schöne Überraschung!“
Sie klammerte, ich klammerte, zusammen genossen wir unser Wiedersehen. Loslassen und sie wieder auf dem Boden abstellen, war keine Option für den Moment. Sie im Arm zu haben, erinnerte mich an meine Kindheit zurück, als ich meinen Lieblingsteddy zum Schlafen an mich presste. Ich war geradezu süchtig nach ihr geworden und drehte mich mit ihr im Kreis.
Die letzten einsamen Abende ertappte ich mich oft, dass ich schon jetzt über eine gemeinsame Zukunft nachdachte. Jedenfalls schloss ich das nicht mehr aus.
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