Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

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Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

Anita Isiris

Sie tat das so anmutig, dass alle Frauen aufstöhnten. Dabei fiel ihr das schwarz glänzende Haar ins Gesicht, und die Silberkette um ihren Hals funkelte mesmerisierend. Marias Riesentitten, ganz allein für Melchior. Dann bestieg sie ihn. Sie verschränkte die Hände hinter dem Kopf und bot ihren Freundinnen einen einzigartigen Liebestanz mit rotierenden Hüften. Beinahe vergass der Mond zu leuchten, der gesamte Erdkreis hatte wohl noch nie eine derart innige Verbindung gesehen.

Auch Maria entzog sich Melchior kurz bevor dieser in ihr abspritzte, und an ihre Stelle trat die rothaarige Fabi. Sie bot Melchior ihr Spundloch. Die vulgäre Ausdrucksweise für den Anus stammt daher, dass der Anus einer Frau, kurz nachdem sich der Mann ihr entzieht, tatsächlich ein wenig aussieht wie der Spund eines Bierfasses. Aber Melchior ging es nicht um diese Assoziation, obwohl er Dünnbier liebte. Noch vielmehr liebte er aber Fabis riesige Arschbacken, die nun auf ihm auf- und ab wabbelten. Wie gerne hätte er sie geknetet! Aber seine Arme blieben an Ort und Stelle fixiert. So konnte der Liebhaber lediglich versuchen, Fabi mit kleinen Hüftbewegungen Lust zu verschaffen, was er auch tat.

Irgendwann war es tatsächlich so: Melchior hatte ausnahmslos sämtliche Glockenbrustbäuerinnen durchgevögelt – und wie! Er kannte ja die Eigenheiten jeder Einzelnen und wusste genau, wie man Frauen glücklich und entspannt zurücklässt. Unter ihnen gab es keine Konkurrenz, sie waren alle Freundinnen.

Heute sind die Glockenbrustbäuerinnen leider ausgestorben. Es gibt sicher noch da und dort eine Frau, die das schwarzwäldische Erbe aus Baumdorf vor sich hinträgt, versteckt hinter einem modernen Intimissimi Bra.

Aber diese Sorglosigkeit, dies schosserwärmende kollektive Lust wurde seither von keiner Frauengruppe mehr erlebt. Wer aber lange genug sucht, findet im Schwarzwald Melchiors Grab. Ein Granit, umgeben von den leckersten Braunpilzen, die deutscher Boden hergibt. Manchmal scheint der Grabstein gelbgrünlich. Immer dann, wenn der Mond Melchiors letzte Ruhestätte verschmitzt zuzwinkert und die Stelle mit seinem magischen Licht flutet.

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