Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

16 8-13 Minuten 0 Kommentare
Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

Das Fest der Glockenbrustbäuerinnen

Anita Isiris

Da sah er es. Peter, Theo und Jerg, seine grössten Quäler, beugten sich vornüber, sichtlich von Übelkeit geplagt. Mehreren andern ging es gleich. Sebastian realisierte augenblicklich, dass etwas nicht stimmte und schrie seine Schankmägde an. Dann beugte auch er sich vornüber und kotzte, wie weiland Kunibert, über eine der Tischplatten. Für einen kurzen, allerdings sehr kurzen Moment zuckte Melchior wegen des schlechten Gewissens zusammen. Was hatte er da ausgelöst?

Eine Stunde später wanden sich sämtliche Baumdorfer Bauern am Boden, im Gesicht grün wie Seife, und wurden von ihren liebevollen, gutmütigen, grossbusigen Frauen umsorgt. Manch eine wollte ihre Titten als Heilmittel einsetzen, mancher Ehemann kotzte seiner geliebten Frau direkt in den Ausschnitt.

Danach wurde es von Tag zu Tag ruhiger in Baumdorf. Die Männer, zuhause gehegt und gepflegt, siechten dahin, verloren zeitweise das Bewusstsein, erwachten im Wahn, die Haut von übelriechenen Gangränen überzogen. Ein letztes Schielen, Verlust der Augenkontrolle, ein letztes Spucken, eine letzte Entleerung – dann schieden sie dahin, die Männer.

«Fahrt zur Hölle», kicherte Melchior, mittlerweile von schlechtem Gewissen vollkommen befreit. In ihm dämmerte das Bewusstsein: Fortan hatte er alle Glockenbrustbäuerinnen für sich. Alleallealle.

Es verstrichen einige Wochen, in denen nicht wenige der Witwen trauerten. Nicht alle Männer in Baumdorf waren Unholde gewesen, die ihre Weiber auf dem Küchentisch, beim Schweinekoben oder unter einem Apfelbaum genagelt hatten. Da waren auch fürsorgliche, treusorgende Familienväter gewesen, die nun, aus unerklärlichen Gründen, mit einem qualvollen letzten Aufstöhnen das Zeitliche gesegnet hatten.

Dann geschah Erstaunliches. Ganz unter sich, ohne männliche Bewacher, Melchior, der Dorftrottel, zählte nicht, liessen die Frauen sich allmählich gehen, wurden fröhlich, trugen ihr Haar offen und liessen auch mal das Oberkleid weg. Auch mit den Unterkleidern im Hochsommer war das so eine Sache. Sie gehörten zu einer anständigen Bäuerin fraglos dazu – aber dann war da die Hilde, die sich eines Tages mit nacktem Oberkörper sonnte. Die benachbarten Bäuerinnen sogen erst einmal scharf die Luft ein, und ihre Empörung wollte sich Bahn brechen. Dann, wenige Tage später, taten sie es Hilde nach und gingen sogar mit ihren frei wogenden Riesenbrüsten zum Dorfbrunnen.

Oh die Glocken

Wie sie mich locken

Dieser Weiber

Nackte Leiber

Sternenklar wird diese Nacht

Mein Herz ist voll mit dieser Pracht

So ungeschickt die Reime waren, die sich in Melchiors Kopf festsetzen, so unfähig er gewesen wäre, sie von sich zu geben, sie zeigen doch auf, in was für einem Elysium der jahrelang Geschmähte sich zu befinden vermeinte. Allein unter Frauen, und was für welchen!

Die Glockenbrustbäuerinnen hatten nicht nur eine schwere, appetitliche Oberweite, sondern auch dickes, honigblondes, geflochtenes Haar. Oder braunrot leuchtende Locken. Offene, feuchte Lippen, wenn sie sinnierend über ihrer Pilzsuppe sassen. Und, klar, lustvoll sich bewegende, breite Hüften.

Nach einem halben Jahr Trauerkarenz war Fulda die erste, die es tat. Sie hatte schon immer zu den unbeschwerten Gemütern unter den Glockenbrustbäuerinnen gehört, eine lebenslustige, wenn auch kinderlose Witwe, bildhübsch und blutjung. Als Melchior eines Tages in ihrem Stall zugange war und eine Kälberkrippe reparierte, konnte sie nicht mehr an sich halten. Melchior war, wie bereits erwähnt, gut gebaut. Wie er so dastand mit seinem strammen Hintern, näherte sich ihm Fulda, sich unbeobachtet wähnend. Sie streckte die Hand aus und griff von hinten an Melchiors Eier. «Haiiii…», keuchte dieser überrascht, denn noch nie hatte ihn eine Frau aktiv belästigt. Gleichzeitig genoss er den warmen Druck von Fuldas Hand, die geschickt seinem Penisschaft entlang glitt. Dieser wuchs zu ungeahnter Grösse heran, und Fulda überlief es heiss und kalt. Dann gurrte sie leise, küsste Melchior auf den Hinterkopf und schmiegte ihre Riesentitten an seinen Rücken. Melchior konnte gar nicht anders, als herumzufahren und Fulda kräftig an sich zu drücken. Welch warmes, liebliches, liebesbereites Weib! Ohne ein einziges Wort bedeckte er ihren Hals mit Küssen, was bei Fulda Gänsehaut verursachte. Dann entkleidete Melchior sie geschickt, so, dass sie splitternackt vor ihm stand. «Wenn bloss niemand kommt…», keuchte Fulda, aber da wurde sie vom kräftigen Dorftrottel schon herumgewirbelt, bis sie im Heu sass. Die Beine weit gespreizt, starrte sie ihn aus geweiteten Augen an. Sie konnte nicht anders, als mit ihren zartgrünen Augen seinem Leib entlangzugleiten. Dann blieb ihr Blick an seinem erigierten Riesengemächt haften. Sie schob sich die pralle Eichel in den Mund, so, wie sie es zeitweise auch mit Rüben tat, und bezüngelte Melchior lustvoll.

Die Glockenbrustbäuerinnen waren keineswegs prüde und hatten ihren Männern immer gegeben, wonach diese gelüstet hatte. Nie hatte eine dieser Schwarzwälder Prachtsfrauen auf die Manneskraft ihrer Gatten warten müssen. Ein Nesteln am Oberkleid genügte, und die Bauern waren kirre wie grüne Seife. Und, oh ja, gleich nach dem kollektiven Dahinscheiden aller männlichen Baumdorf-Bewohner hatten es einige Glockenbäuerinnen nicht lassen können, mit gewaschenen Riesenrüben an sich zu spielen – sei es in den rauchigen Küchen, sei es in einer Ecke ihrer Ställe. Hungrig nach Lustbefriedigung schoben sie sich die Gemüse in ihre Punze und freuten sich des Lebens. Andere wiederum ergingen sich im Gebet – aber ebenfalls nicht allzu lange. Dann entdeckten sie, dass auch silberne, wohlverwahrte Kreuze, im richtigen Winkel an die Clitoris gepresst, Lustgefühle ungeahnter Art wecken konnten.

Aber weil Frauen in jenen Jahren sehr gesprächig waren, kam die Rede rasch auf den ahnungslosen Melchior. Nicht nur Fulda hatte er genommen, nachdem sie ihn gereizt hatte, sondern auch Maria, Kalina, Susanna und Katie.

Das Jahr ging herum, es wurde Frühling, und es kam der Tag, an dem sich die Glockenbrustbäuerinnen am Dorfbrunnen besprachen. Sie versicherten sich, dass Melchior nicht in der Nähe war, verfügte dieser doch über ein feines Gehör. Die innere Hexe kitzelte die Frauen. Ihnen war zugetragen worden, dass in der Umgebung zahlreiche unglückliche Geschlechtsgenossinnen nackt an Pfähle gebunden wurden, öffentlich zur Schau gestellt, dass sie ausgepeitscht wurden für nicht verübte Sünden, und dann, vor grölendem Volk, den Flammen preisgegeben wurden, auf dass ihre verderbten Seelen gereinigt würden.

Solcherlei Schauermärchen weckten Trotz in den Seelen der Glockenbrustbäuerinnen, und sie wollten es sich wohl ergehen lassen. In Baumdorf fühlten sie sich sicher – umso mehr, weil ja nun schon seit längerm kein Männerfuss mehr die Gegend betreten hatte.

Und die Frauen beschlossen, am ersten Mai das Walpurgisfest zu feiern. Das Glockenbrustbäuerinnenfest. Sie wollten sich aber nicht nur an mannigfaltigen Leckereien laben und mehrere Schweine schlachten, es sollte auch für ihr sinnliches Wohl gesorgt sein. Dazu würden sie Melchior benutzen.

Flugs ging die Zeit ins Land, und die Frauen begannen emsig mit den Vorbereitungen. Körbeweise Braunpilze schleppten sie an, mästeten Hühner und Schweine, trockneten allerlei Kräuter, buken die ersten Brote, und Melchior konnte sich der zahlreichen Einladungen zum Abendessen kaum erwehren. Stine, nach wie vor seine Herrin, konnte sich einer gewissen Eifersucht nicht erwehren – andereseits gönnte sie ihren Nachbarinnen zwischendurch leibliche Freuden. In Melchior steckte so viel Manneskraft, dass es für ein Schäferstündchen mit Stine immer reichte. Mittlerweile labte er sich nicht mehr nur an ihrem Busen, sondern Stine bot ihm ihre ganze Leibespracht dar, ihren angenehm weichen Bauch, ihre weissen Schenkel, das Liebesvlies und die dahinter verborgene, meist feuchte Punze.

Der erste Mai nahte, und Melchior war mit sämtlichen Baumdorfbewohnerinnen mittlerweile derart vertraut, dass er seine Dorftrottelrolle, trotz fehlender Sprache, abstreifen konnte wie ein altes Hemd. Er hatte nun neue Aufgaben zu erfüllen und durfte im Grunde mit den liebeshungrigen Glockenbrustbäuerinnen tun, wonach ihm beliebte – allerdings immer erst nach einem harten, beschwerlichen Arbeitstag, denn nur Melchior war es, der die Axt schwang, Kühe und Stiere zueinander führte oder lecke Strohdächer ausbesserte. Seine Libido aber kochte derart, dass ihm die harte Arbeit keine Mühe bereitete, weil er ja wusste, dass für ihn nicht nur lecker gekocht wurde, sondern dass immer irgendwo zwei pralle Lustdrüsen, volle, feuchte Lippen und eine hungrige Punze auf ihn warteten.

Am Vorabend zum ersten Mai wurde Melchior geheissen, schwere Tischbretter zum Waldrand zu schleppen, ebenso Bänke, Tröge und allerlei Gefäss und Geschirr. Die Glockenbrustbäuerinnen baten ihn um eine kreisförmige Anordnung der Sitz- und Essgelegenheiten. Melchior tat, wie geheissen und war sich zeitlebens nichts anderes gewöhnt. Dann stellte er fest, dass sich sämtliche Glockenbrustbäuerinnen am Dorfbrunnen wuschen, hemmungslos in ihrer Nacktheit, und sich anschliessend ihre besten Leinenkleider überzogen. Die Unterkleider liessen sie weg, was ihn, den exzellenten Beobachter, verwunderte. Dann zogen die ersten Düfte grillierter Schweinshüften an ihm vorbei, gemischt mit kräftigen Gewürzen, die seiner Nase schmeichelten. Als er den Blick zum Waldrand wandte, sah er emsig arbeitende Frauen, und solche, die auf dem Weg dahin verschmitzt kicherten und ihm obszöne Blicke zuwarfen.

Was blieb Melchior anderes, als sich ihnen anzuschliessen und ebenfalls den Waldrand aufzusuchen? Erst wurde er mit einigen Aufträgen eingedeckt – beispielsweise war er es, die die Dünnbierfässer anschleppte, deren Inhalt schwappend in Tongefässe gegeben wurde. Die Glockenbrustbäuerinnen waren im Element und bestens gelaunt. Melchiors Liebesfreundinnen. Sein Herz hüpfte. Dann hiessen sie ihn in der Mitte des Sitzkreises vier Pfähle einzuschlagen und diese mit Schnüren zu umwickeln.
Dann feierten die Glockenbrustbäuerinnen Walpurgisnacht, fröhlich, zum Teil ihrer Kleidung vollkommen entledigt. Was hatten sie denn auch zu verstecken? Ihre grossen Brüste? Die hatten hier alle. Unterschiede gab es höchstens bei der Form der Brustwarzen, und diese Form war gar mannigfaltig – es gab hellrosa Flachwarzen zu bewundern, dunkle Schattenmorellen und auch die eine oder andere süsse, geheimnisvolle Schlupfwarze. Frau war Frau, und dieses Ultrafiltrat an Weiblichkeit rührte zutiefst in Melchiors Seele. Dann begannen die Glockenbrustbäuerinnen zu singen. Welch urige, naturnahe Klänge sich ihren Kehlen entrangen. Dabei beleuchtete die Abendsonne ihre gülden gelockten Häupter. Melchior war mitten unter ihnen, und sein Gemächt verlangte augenblickliche Erleichterung. Aber so war Melchior nicht. Er nahm sich nicht einfach irgendeine Frau. Er war es sich gewohnt, dass sie ihn reizten, bevor er sie wie von Sinnen in den siebten Himmel vögelte.

Nach dem zwölften Dünnbier, die Sonne war mittlerweile verschwunden und hatte einem grüngelb leuchtenden Mond Platz gemacht, war es so weit.

Mehrere Frauen, darunter auch Stine und Fulda, nahmen Melchior bei den Händen und führten ihn mitten auf den Platz. Dort entkleideten sie ihn unter dem andächtigen Schweigen der restlichen Glockenbrustbäuerinnen. Als sein Schwanz wie ein Speer hervorschnellte, hielten die meisten den Atem an. Welch geballte Lust, welch männliche Pracht. Manch eine Hand tastete sich zur Punze und spielte heimlich unter dem Tisch.

Dann banden sie Melchior mit seinen vier Extremitäten an den zuvor von ihm eingeschlagenen Pfählen fest. Vorsorglich hatten sie ein Lammfell unterlegt, auf dass er gemütlich läge. Die fünfte Extremität küsste fast den Mond, so riesig war sie.

Stine, seine Herrin, war die Erste, die sich zur Gänze auszog und auf allen Vieren über ihren Knecht robbte. Sie musste ein bisschen arbeiten, bis der Riesenschwanz den Weg in ihr Inneres fand. Keuchend setzte sie sich auf Melchior und blickte mit glänzenden Augen in die Runde. All die Schönheiten mit sorgfältig aufgestecktem Haar vergassen zu atmen, als Stine ihren Liebestanz aufführte. Sie hatte schon mit Kunibert viele schöne Erfahrungen sammeln dürfen und spürte in ihrer Scheidenwand, wann der Mann in ihr zu explodieren drohte. Kurz vor diesem Moment liess sie Melchior aus sich herausgleiten, entwand sich ihm geschickt, machte einen kleinen Knicks und bat die nächste Glockenbrustfreundin herbei. Maria. Sie hatte die grössten Brüste von allen und war im neunten Monat schwanger, jedoch nicht weniger liebeshungrig. Sie sehnte sich nach tastenden, erkundenden Männerhänden, und genau das flüsterte sie dem vor Lust halb weggetretenen Melchior ins Ohr. «Taste mich, erkunde mich». «Wie denn, verdammt, mit gefesselten Händen…», schoss es ihm durch den Kopf. Aber Maria hatte sich ihr Liebesspiel wohl überlegt. Sie griff sich an die Brüste, beugte sich über Melchior und drückte dessen Schwanz zwischen ihre Liebeseuter. Sie tat das so anmutig, dass alle Frauen aufstöhnten. Dabei fiel ihr das schwarz glänzende Haar ins Gesicht, und die Silberkette um ihren Hals funkelte mesmerisierend. Marias Riesentitten, ganz allein für Melchior. Dann bestieg sie ihn. Sie verschränkte die Hände hinter dem Kopf und bot ihren Freundinnen einen einzigartigen Liebestanz mit rotierenden Hüften. Beinahe vergass der Mond zu leuchten, der gesamte Erdkreis hatte wohl noch nie eine derart innige Verbindung gesehen.

Auch Maria entzog sich Melchior kurz bevor dieser in ihr abspritzte, und an ihre Stelle trat die rothaarige Fabi. Sie bot Melchior ihr Spundloch. Die vulgäre Ausdrucksweise für den Anus stammt daher, dass der Anus einer Frau, kurz nachdem sich der Mann ihr entzieht, tatsächlich ein wenig aussieht wie der Spund eines Bierfasses. Aber Melchior ging es nicht um diese Assoziation, obwohl er Dünnbier liebte. Noch vielmehr liebte er aber Fabis riesige Arschbacken, die nun auf ihm auf- und ab wabbelten. Wie gerne hätte er sie geknetet! Aber seine Arme blieben an Ort und Stelle fixiert. So konnte der Liebhaber lediglich versuchen, Fabi mit kleinen Hüftbewegungen Lust zu verschaffen, was er auch tat.

Irgendwann war es tatsächlich so: Melchior hatte ausnahmslos sämtliche Glockenbrustbäuerinnen durchgevögelt – und wie! Er kannte ja die Eigenheiten jeder Einzelnen und wusste genau, wie man Frauen glücklich und entspannt zurücklässt. Unter ihnen gab es keine Konkurrenz, sie waren alle Freundinnen.

Heute sind die Glockenbrustbäuerinnen leider ausgestorben. Es gibt sicher noch da und dort eine Frau, die das schwarzwäldische Erbe aus Baumdorf vor sich hinträgt, versteckt hinter einem modernen Intimissimi Bra.

Aber diese Sorglosigkeit, dies schosserwärmende kollektive Lust wurde seither von keiner Frauengruppe mehr erlebt. Wer aber lange genug sucht, findet im Schwarzwald Melchiors Grab. Ein Granit, umgeben von den leckersten Braunpilzen, die deutscher Boden hergibt. Manchmal scheint der Grabstein gelbgrünlich. Immer dann, wenn der Mond Melchiors letzte Ruhestätte verschmitzt zuzwinkert und die Stelle mit seinem magischen Licht flutet.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 4338

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben