Jana genoss es. Sie rieb sich an ihm und spürte, wie etwas in seiner Hose anschwoll.
Die Bands wechselten, Jana kannte sie nicht, es war ihr egal. Die Zeit schien stehen zu bleiben, die Lieder flossen ineinander über. Es gab nur noch Jana und Paul inmitten einer anonymen Menge.
Ein fernes Grollen riss Jana in die Wirklichkeit zurück. Zuerst meinte sie sich verhört zu haben, doch in einer kurzen Pause, vernahm sie es deutlich. Sie hob ihren Blick.
‘Fuck!’, dachte sie. ‘Nicht ausgerechnet jetzt, nicht ausgerechnet heute.’
Eine Wolkenwand schob sich heran, so düster, dass daneben selbst der Nachthimmel hell erschien.
„Das zieht sicherlich vorbei“, bemerkte Paul ironisch.
Er hatte seinen Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da spürte Jana den ersten Tropfen auf ihrer Wange. Ein Blitz zerriss den Himmel und der folgende Donnerschlag übertönte die Musik dieses Mal mit Leichtigkeit.
„Wir müssen zurück!“, rief Paul gegen den aufkommenden Wind und die Musik.
Jana schüttelte den Kopf. „Ich will hier bleiben, dann werden wir halt nass.“
„Wir müssen einen Graben ums Zelt ausheben. Wenn es so schlimm wird wie vor zwei Jahren, haben wir sonst keins mehr.“
Aus dem Tröpfeln wurde leichter Regen.
„Ach Man!“, fluchte Jana, wandte sich aber von der Bühne ab und stapfte davon. Paul folgte ihr.
Sie rannten zurück, doch weil viele dieselbe Idee hatten, kamen sie nur langsam voran. Aus dem Regen war längst ein regelrechter Wasserguss geworden. In der Dunkelheit übersah Jana eine Pfütze. Wasser drang in ihren Schuh und Schlamm spritzte ihr Bein hoch. Doch das war ihr egal, ihre Sorge galt dem Zelt.
Als sie ihren Platz endlich erreichten, trieften ihre Klamotten. Die anderen waren noch nicht zurück. Paul warf Jana einen Klappspaten zu, dann buddelten sie sich um ihr Zelt.
„Schnell“, brüllte eine Stimme.
Das Festival
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