Das Geständnis

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Das Geständnis

Das Geständnis

Erwin G. Burmeister

Kurz nach 17 Uhr stellte Gloria fest, dass es keinen Zweck hatte, noch länger zu arbeiten. Sie fuhr ihren Rechner herunter, packte ihre Sachen zusammen und verließ die Kanzlei. Hanna hatte sich schon um 16 Uhr von ihr mit einer weiteren leidenschaftlichen Umarmung und einem ebensolchen langen Kuss verabschiedet, was Glorias Unkonzentriertheit danach noch weiter befeuert hatte… jetzt schnell nach Hause und sich auf den Abend mit der Geliebten freuen!
Auf dem Heimweg fiel ihr unvermittelt Nina wieder ein. Nina! Noch gestern, am Sonntag, hatten beide miteinander sehr unanständige Whatsapp-Nachrichten und jede Menge intime Fotos von ihren Vaginen in Strumpfhosen ausgetauscht, und nun hatte sie sie schon fast wieder vergessen. Da, als hätte Nina ihre Gedanken erraten, bekam sie von ihr eine Sprachnachricht:
„Hallo Schatz, es tut mir leid, dass ich mich heute nicht bei dir gemeldet habe. Ich, äääh, ich muss dir etwas gestehen. Es fällt mir schwer, dir das zu sagen… Aber ich habe gestern Abend Lutz vom Flughafen abgeholt und hatte sofort das Gefühl, dass ich… dass ich zu ihm gehöre. Er ist so ein toller Mann, und ich bin immer noch sehr verliebt in ihn. Das, was wir beide miteinander gemacht haben, fand ich echt supertoll, es hat mir richtig gut gefallen. Aber ich weiß, wo ich hingehöre. Wir können das gerne noch einmal machen, warum nicht. Ab und zu fände ich so etwas richtig geil. Aber ich glaube, ich bin in Wirklichkeit keine Lesbe. Aber lass uns nochmal beizeiten miteinander telefonieren, dann kann ich dir alles erklären. Sei mir nicht böse. Ich hab‘ dich lieb!“
Als Gloria die Sprachnachricht abhörte, fiel ihr ein riesiger Stein vom Herzen. Sie brauchte nun kein schlechtes Gewissen mehr wegen Nina zu haben, und das nahm sie als riesige Erleichterung wahr.

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