Der Anblick des kleinen Schlosses raubte mir etwas den Atem. Das Haus war riesig. Eine weiße Fassade mit Jugendstilornamenten, einer von Granitsäulen gestützten, überdachten Zufahrt, sodass man im Bedarfsfall trockenen Fußes das Haus betreten konnte.
Ich mischte mich unter den Strom der Ankommenden und hielt nach einem bekannten Gesicht Ausschau, doch von den Personen in meiner Nähe kannte ich niemanden.
Im Haus standen zwei ausgesprochen hübsche Mädels mit Sektgläsern auf einem Tablett bereit und boten den Eintretenden was zu trinken an.
Vorsichtig nahm ich ein Glas Sekt und schaute mich im Foyer um, betrachtete die hochherrschaftliche Einrichtung und nippte dabei an meinem Glas. Es war natürlich kein Sekt sondern Champagner, was ich trotz meiner mangelnden Kenntnis sofort schmeckte.
Die Eingangshalle war voll mit einzelnen Grüppchen, die sich angeregt unterhielten und sich scheinbar schon lange kannten.
Mein Blick schweifte im Foyer umher. Eine breite Treppe führte zu einer umlaufenden Balustrade im Obergeschoß. Während die Stufen der geschwungenen Treppe aus dunklen Eichenholz bestand, war das Treppengeländer und das Geländer der Balustrade schneeweiß. Alles sah sehr edel aus und mir wurde bewusst, wo das Geld blieb, was wir Angestellten erarbeiteten. Wobei ich sagen musste, mein Gehalt war fürstlich! Auch das Arbeitsklima war hervorragend. Es gab also keinen Grund neidisch zu sein.
Ich betrachtete die Bilder die an der Wand hingen. Ich war absolut kein Kunstkenner, aber die Gemälde sahen für mich sehr kostbar aus, auch wenn mir keiner der Maler bekannt war.
Plötzlich sah ich aus den Augenwinkeln, oben auf der Balustrade, eine Bewegung. Unwillkürlich drehte ich den Kopf und schaute nach oben. Was ich dann sah, raubte mir für einen kurzen Moment den Atem. Auch mein Herz schien stehen bleiben zu wollen, denn es setzte einen Schlag aus, um dann um so stürmischer weiter zu schlagen.
Das lange Warten danach…
214 25-39 Minuten 2 Kommentare
Das lange Warten danach…
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schreibt Fritz850
schreibt gbblond