Das Lebkuchenbordell

Rotkerbchens Abenteuer - Teil 11

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Das Lebkuchenbordell

Das Lebkuchenbordell

Peter Hu

„Das muss wohl an meinem dicken Riemen liegen“, ...lachte Hans blöde und hielt ihr die pralle Morgenlatte entgegen.

Doch Greta hatte keine Lust (was ziemlich ungewöhnlich war, zumal sie ihm schon noch ein paar Gramm Eiweiß hätte abwringen können). Statt dessen schnüffelte sie wie eine Jagdhündin in der kühlen Morgenluft. ‚War da nicht der Rauch eines Feuers in der Nähe? Roch es nicht auch nach frischem Brot, und gebratenem Speck?‘

„Roll die Nudel ein!“ ...befahl Greta harsch.

Das struppige Biest hatte jetzt endgültig das Kommando übernommen.

„Du bist genau wie dein Vater. Der dachte auch immer nur an das Eine. Und wenn der Hannes steht, steht ja bekanntlich auch der Verstand. Dein „Schwesterchen“ wittert nämlich Frühstück.“

Die Linsen waren augenblicklich vergessen. Auch das Würstchen dazu, konnte jetzt keinerlei Interesse mehr wecken. Sollten die Vögel ruhig den unerwarteten Festschmaus genießen.

*

...Die alte, freundliche Dame war gerade beim Abwasch, als ein merkwürdiges Knacken durch ihr Haus ging. Darauf folgte ein Heulen, als wäre ihr ein Wolf ins Fangeisen gegangen.

Die freundliche alte Dame hatte die Brüder Isegrimm gründlich gelesen. Sie wusste also sehr wohl, was in solchen Fällen zu tun war. Sie nahm der schwarzen Katze also den Maulkorb ab, und begab sich gespannt wie ein Jagdbogen zum Türspion. Sodann sagte sie ihren Vers auf:

„Knusper, knusper, Knäuschen, ...wer beißt da in mein Häuschen?“...

Hans wollte gerade antworten. Doch brachte er keinen Ton heraus. Denn der Lebkuchen, in dem noch zwei seiner besten Zähne steckten, war so hart, wie gebrannter Ziegelstein.

Die alte Dame mit den vielen Backrezepten, backte für die Ewigkeit. Sie hatte ja bekanntlich nur selten Gäste zum Kaffee. Da wäre es doch schade, wenn das liebevoll gestaltete Gebäck, schon so bald wieder verkäme.

Greta jedenfalls, lachte vor unverhüllter Schadenfreude, bis ihr Hans mit voller Wucht vors Schienenbein trat.

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