Denn die Fee liebte schlüpfrige Geschichten...
So saß unser Held also mit vollem Methorn am knisternden Kaminfeuer. Charlotte räkelte sich auf dem Fell zu seinen Füßen, ...und wartete mit großen Augen auf seinen Vortrag...
*
...Hans & Greta
Es war einmal ein armes, gutmütiges Kräuterweib, das in der Tiefe des Märchenwaldes lebte. Es kannte prima Backrezepte. Und da es so gerne backte, aber nur selten Besuch bekam, kaufte es sich ein Paket Nägel im „Ibo Markt“ ...und nagelte die Lebkuchen wie Schieferplatten an sein zugiges Häuschen. Denn das war schlecht isoliert, ...die Glaswolle war noch nicht erfunden, ...und auch der „Ibo Markt“ zählte zu jener Zeit nicht eben zu den Billigsten...
Die alte Frau war nicht verheiratet. Ihr einziger Gefährte war ein alter, schwarzer Kater. Und weil sie nicht mehr die Jüngste war, eine Gehhilfe benutzte, dazu auch noch von harter Arbeit gebeugt war, ...und von einem Treppensturz verbuckelt, wurde sie immer wieder mit einer Hexe verwechselt.
Dabei verstand sie sich einzig auf Backrezepte...
Nun, die alte Frau hatte nichts gegen Hexen. Im Gegenteil, als sie noch jung, voller Tatendrang, und knackig war, hatte sie durchaus erwogen, sich in diesem ehrenwerten Handwerk ausbilden zu lassen. Denn sie wollte immer schon mal auf einem Besen reiten.
Doch dann kam ihr die heilige Inquisition dazwischen. Plötzlich war der Hexenberuf ziemlich unpopulär, ...ja geradezu gefährlich. Man konnte da verdammt leicht zu Asche verbrannt werden. Auch wenn der Mensch bekanntlich zu 88% aus Wasser besteht.
Damit es da nicht aus versehen zu Verwechslungen kam, zog es die alte Dame also vor, in den benachbarten Märchenwald umzuziehen, in den sich zu jener Zeit noch kein abergläubischer Inquisitor hinein wagte.
Hier lebte sie glücklich und zufrieden, nagelte ab und zu einen harten Lebkuchen an die Fassade, ...und kippte sich manches Kräuterschnäpschen hinter die Binde.
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