Ich wusste, ich sollte weggehen – aber meine Beine gehorchten nicht. Instinktiv trat ich hinter einen dicken Baumstamm, um nicht entdeckt zu werden. Aber sie sah ohnehin nicht in meine Richtung. Sie tauchte unter, verschwand für einen Moment, und als sie wieder auftauchte, klebten ihre nassen Haare an ihrem Rücken. Sie strich es zurück, und ich sah die Kurve ihrer Hüfte, die Art, wie ihr Körper sich dehnte – jung, geschmeidig, voller Leben. Etwas in mir zog sich zusammen, ein heißes, beunruhigendes Gefühl, eine Sehnsucht, wie ich sie lange nicht mehr gefühlt hatte.
Als ich meinen Blick endlich losriss und mich entfernen wollte, knickte ein Ast unter meinem Fuß. Ihr Kopf fuhr herum, und plötzlich waren ihre Augen auf mich gerichtet – dunkel, neugierig, aber ohne jede Scham. Als nacktes Mädchen, das von einem fremden Mann mitten im Wald beim Baden überrascht wurde, hätte sie erschrocken sein und sich fürchten sollen. Doch sie lächelte.
„Du da“, rief sie, ihre Stimme klar wie das Wasser, in dem sie schwamm. „Warum versteckst Du Dich?“
Ich spürte, wie mein Gesicht heiß wurde, und wusste, dass ich nicht mehr fliehen konnte.
Sie schwamm näher, langsam, fast spielerisch, und ich sah, wie geschmeidig ihr Körper sich im Wasser bewegte – die sanften Wellen umspielten ihre Brüste, das Wasser glitt über ihre Schultern, als sie sich aufrichtete. Sie stützte sich auf einen Felsvorsprung, und plötzlich war der Ansatz ihrer Schenkel sichtbar, das Wasser nur noch ein dünner Schleier über ihrer Haut.
„Es ist heiß heute“, sagte sie und strich sich das Haar aus dem Gesicht, während sie mich halb neugierig, halb provozierend ansah. „Du solltest auch reinspringen.“
Ich spürte, wie mein Blut nach unten drängte, und presste meine Beine zusammen. Sie lachte, als sie meinen Unmut bemerkte, und drehte sich demonstrativ um.
Das Mädchen vom Waldsee
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Das Mädchen vom Waldsee
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