Das rote Tor

Parallele Dimensionen - Teil 10

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Das rote Tor

Das rote Tor

Emil Lorenz

Sie hatte die Beine gespreizt, und so sah man den kleinen blonden Haarbusch über ihrer Muschi im Feuerschein überdeutlich. Ihre blonde Mähne hatte sie zu einem Zopf gebunden, der von einem kleinen Stoffband gehalten wurde und ihr über die rechte Brust hing. Sie hatte einen kleinen Teller aus einem großen Blatt in der Hand und kaute genüsslich.
„Wie lange bist du denn schon hier?“ fragte Grit und schob sich noch etwas Fisch in den Mund.
„Ich bin seit achtzehn Dekaden hier“, antwortete Agarth mampfend.
„Was ist das in Jahren?“ wollte Grit wissen.
„Was sind Jahre?“ fragte Agarth erstaunt.
„Na, Jahre halt, die Erde einmal um die Sonne. Frühling, Sommer, Herbst und Winter und so.“
„Ahhh, sag ich doch, Dekade.“ Er schluckte den Fisch runter. „Aber es ist hier immer gleich, das Wetter meine ich.“
Sie schenkte sich noch etwas von Agarths selbstgebrautem Bier ein, obwohl sie die Wirkung des wohlschmeckenden Gebräus schon spürte.
„Wie groß ist denn die Insel? Weißt du das?“ fragte sie.
„Sehr groß. Und es gibt auch noch andere Menschen hier, aber sie sind nicht alle freundlich“, erzählte er.
„Willst du denn gar nicht weg hier?“ fragte ihn Grit.
Agarth überlegte und spielte verlegen mit seinen Händen.
„Es ist schon etwas einsam hier, aber wo sollte ich denn hin? Man kommt nicht weg von dieser Dimension, zumindest wüsste ich nicht wie. Und ich habe hier meinen Frieden und mein Leben.“
„Es muss irgendwo ein blaues Tor geben. Und das führt zurück in die zivilisierten Dimensionen, das muss ich finden“, meinte Grit nachdenklich.
„Ich verstehe, dass du wieder nach Hause möchtest, aber das ist unmöglich“, erwiderte Agarth. „Und wenn wir den Barbaren in die Hände fallen, ergeht es uns nicht gut.“
„Wo sind denn diese Barbaren? Hattest du schon Kontakt?“ fragte sie ihn.
„Es sind vier Tagesreisen, dann kommt man in ihr Gebiet.

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