Das rote Tor

Parallele Dimensionen - Teil 10

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Das rote Tor

Das rote Tor

Emil Lorenz

Sie sah sich um und hatte hinter sich wieder ihre kleine Sandbank. Sie versuchte es noch einmal mit dem gleichen Ergebnis. Auch ein dritter und vierter Versuch gingen in die Hose. So langsam verließ sie der Mut. Sie versuchte es auf alle erdenklichen Arten. Brustschwimmen, Kraulen, Rücken, es war immer das gleiche Ergebnis. Grit wusste, dass sie nur ihre Kraft vergeudete. Sie versuchte es mit Tauchen. Sie holte mehrmals tief Luft und sprang dann kopfüber ins Wasser. Sie tauchte am Grund entlang, und das schien zu funktionieren. Ihre Augen brannten in dem salzigen Wasser, aber sie behielt sie offen. Nach vielleicht fünfzehn Metern musste sie auftauchen, um Luft zu holen. Beim Auftauchen wurde sie wieder von der Strömung erfasst, welche sie gnadenlos Richtung Sandbank zog. Als sie den Kopf aus dem Wasser streckte, war vor ihren Augen wieder ihre kleine Sandbank. Grit ging an Land und ruhte sich aus. Sie wischte sich gedankenverloren über die Brüste und stellte fest, dass sie in den letzten Tagen abgenommen hatte.
„Meine Titten waren doch noch nie so schlaff“, dachte sie und strich mit ihrer Hand weiter nach unten über ihren straffen Bauch. „Wo waren nur Timo und Florence gelandet?“, überlegte sie weiter.
Die Gedanken brachten sie nicht weiter. Sie war im Hier und Jetzt, und sie musste irgendwie an diesen Strand kommen. Es hatte sie nicht übermäßig angestrengt, aber es war ja auch nur ein kleiner Versuch gewesen. Sie schätzte die Entfernung zum Strand auf bestimmt dreihundert, wenn nicht vierhundert Meter. Es kam so langsam etwas wie Panik in ihr auf. Sie kreiste die Arme, schüttelte sie, schüttelte auch ihre Beine aus und dehnte ihren drahtigen Körper. Sie überlegte, wie sie es angehen könnte. Abtauchen und zum Luftholen in Richtung des Strandes auftauchen, atmen, und sofort wieder, immer Richtung Strand, abtauchen.

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