Das rote Tor

Parallele Dimensionen - Teil 10

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Das rote Tor

Das rote Tor

Emil Lorenz

Sie hoffte, damit durch die Strömung an der Wasseroberfläche nicht zu viel Strecke zu verlieren. Sie atmete zwanzig Mal ganz tief ein, um den Sauerstoffgehalt ihres Blutes etwas zu erhöhen. Dann überlegte sie nicht lange und sprang. Abtauchen, zehn Züge machen und schräg nach vorne auftauchen. Ihr Kopf tauchte auf, sie schnappte nach Luft, orientierte sich gleichzeitig und war schon wieder auf dem Weg nach unten. Wieder zehn Züge und auftauchen, Luftholen, orientieren und wieder runter. Es schien zu funktionieren, sie hatte den Eindruck, voranzukommen. Nach dem zehnten Durchgang spürte sie die Anstrengung deutlich. Sie ließ noch nicht nach, aber ihre Muskeln begannen zu schmerzen. Grit biss die Zähne zusammen. Noch einmal zehn Durchgänge und nochmals zehn. Ihre Lunge begann zu schmerzen. Ihre Arme und Beine zitterten vor Anstrengung, aber wenn sie jetzt aufgab, würde sie es nicht mehr so weit schaffen, nie mehr, da war sie sich sicher. Ihr ging die Kraft aus. Sie schaffte noch fünf unglaubliche weitere Durchgänge, dann war es vorbei. Grit tauchte auf, sog die Luft in ihre Lungen und war nicht mehr in der Lage abzutauchen. Sie blickte sich um, mehr als die Hälfte hatte sie hinter sich gebracht, gleichzeitig spürte sie aber den Sog. Aufgeben war keine Option, aber sie war am Ende ihrer Kräfte. Es wurde ihr schwarz vor den Augen. Luft, sie brauchte Luft, hatte aber größte Mühe, überhaupt zu atmen. Wie aus dem Nichts wurde sie am rechten Arm gepackt und nach vorne gerissen. Es war ihr nicht möglich, sich zu wehren. Etwas sehr Kräftiges drehte sie auf den Rücken. Ein Arm legte sich um ihren Oberkörper wie ein Schraubstock. Dann wurde sie unter Wasser gezogen. Es war eine regelrechte Erlösung, als sie das Bewusstsein verlor.
Grit hatte keine Ahnung, wo sie war, und wie lange sie weg war.

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