Sie fühlte sich eigentlich gut. Ihre Muskeln schmerzten etwas. Das Ziehen in ihrem Brustkorb war erträglich. Sie verspürte keinen Durst, keinen Hunger. Sie lag auf der Seite und es war schattig um sie herum. Hatte sie geschlafen? Wenn ja, wie lange? Sie versuchte sich aufzurichten, aber das gelang ihr nicht. Ihre Hände waren auf ihrem Rücken zusammengebunden, ebenso ihre Beine. Drehen konnte sie sich auch nicht, weil irgendetwas an ihrem Rücken sie daran hinderte. Wie ein Pfahl oder etwas in der Richtung. Unter ihrem Kopf lag eine Art Kissen, das einen ziemlich penetranten Geruch verströmte. Es war kein Gestank in dem Sinne, aber es war auch kein Rosenduft fürs Näschen. Sie sah an sich hinunter und stellte fest, dass sie bis zu den Hüften mit einer Art Decke zugedeckt war. Ihre schweren Brüste lagen frei und hatten sich der Schwerkraft folgend ein wenig Richtung Boden geneigt. Sie sah sich um und stellte fest, dass sie in einer Art Unterstand oder Zelt aus Palmwedeln lag. Sie könnte bestimmt nicht darin stehen, aber das war auch nicht nötig, sie lag ja, und daran konnte sie auch von sich aus nichts ändern. Durch das Palmwedeldach blitzte ab und an so eine Art Sonnenstrahl und sagte ihr, dass es Tag war. Sie wollte sich gerade weiter orientieren, als sie ein raschelndes Geräusch vernahm und sich ihr augenblicklich etwas über die Augen legte. Es war ein Tuch, das hinter ihrem Kopf verknotet wurde. Dann hörte sie zum ersten Mal diese Stimme. Leise, etwas rau, aber mit reizendem Singsang vermischt, sagte jemand:
„Verzeihen Sie, Madame, es tut mir unendlich leid, Sie bedrängen zu müssen, aber es gibt leider keine andere Möglichkeit.“
Grit war viel zu überrascht, um sich wehren zu können. Sie hatte auch keine Angst, dazu war die Stimme viel zu beruhigend und freundlich.
Das rote Tor
Parallele Dimensionen - Teil 10
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Das rote Tor
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