Das rote Tor

Parallele Dimensionen - Teil 10

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Das rote Tor

Das rote Tor

Emil Lorenz

„Wer sind Sie?“, brachte sie doch noch heraus.
„Ich bin Ihr Retter, Madame, ich habe Sie aus dem Maelstrom gerettet, und nun sind Sie bei mir.“
„Und haben Sie auch einen Namen?“, fragte sie wirsch.
„Ich heiße Agarth, stets zu Diensten, Madame“, säuselte er.
„Wenn Sie mir zu Diensten sein wollen, dann binden Sie mich los und nehmen mir dieses bescheuerte Tuch von den Augen. Was soll das denn?“ schimpfte sie.
„Madame haben einen ganzen Tag geschlafen. Sie haben gegessen und getrunken, und ich würde mir nun gerne erlauben, meine Belohnung dafür einzufordern, auch wenn das vielleicht nicht ganz in Ordnung ist, denn man nützt nicht die Not anderer aus, aber ich befinde mich, um ganz ehrlich zu sein, selbst im absoluten Notstand und kann auf solcherart Befindlichkeiten im Moment keine Rücksicht nehmen.“
Damit drückte er ihr einen stinkenden Lappen auf Mund und Nase, der sie in wenigen Augenblicken die Besinnung verlieren ließ.
Als sie wieder zu sich kam, drückte es mächtig an ihrem Bauch und den Brüsten. Ihre Arme waren nach links und rechts gestreckt, unter ihrem Oberkörper lag eine Decke, die sie auch auf ihrem Bauch und an den Oberschenkeln noch spüren konnte. Ihre Beine waren gespreizt und ebenfalls an den Knöcheln irgendwo am Boden angebunden. Letzten Endes hatte sie das Gefühl, bäuchlings über einem Pferd zu liegen. Ihr Kopf hing nach unten, und damit war ihr Sichtfeld ziemlich begrenzt, aber es war wohl ein Baumstamm, auf dem sie angebunden war. Warum passierte nur immer ihr so ein Mist? Und wie um alles in der Welt konnte es sein, dass ihre Hormone trotz dieser misslichen Lage schon wieder in Wallung gerieten? Sie war doch tatsächlich gespannt, wohin das hier führen sollte. Die Benommenheit verflog gänzlich, als sie ein nasses Tuch zwischen ihren Beinen spürte, mit dem jemand offensichtlich versuchte, sie zu waschen.

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