Das Hanfseil

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Das Hanfseil

Das Hanfseil

Anita Isiris

In diesem Moment fühlte ich etwas. Ich spürte, dass es da einen Unterschied gab zwischen meinen Freunden und mir. Wir waren kein Quartett mehr. Ich war eine Frau mitten in der Pubertät, die drei waren Jungs mit Dingen im Kopf, die ich mir nicht vorstellen konnte. "Lasst mich runter", keuchte ich. Ein höhnisches Lachen von Nico war die Antwort. Ihn mochte ich am wenigsten. Seine Familie lebte vom Fischfang und war entsprechend arm. Nico war sehr kräftig gebaut und hatte mich seine Energie schon mehr als einmal spüren lassen. Meinen Nachhilfeunterricht bei den Hausaufgaben benötigte er am meisten. Er gab seinen beiden Kumpels ein Zeichen. Dazu bewegte er den Mittelfinger seiner linken Hand in obszöner Weise. Dann folgte das, was mein Leben für immer verändern sollte. Ulysses packte mein linkes Bein, Abraxas mein rechtes. Sie zogen meine Schenkel so weit auseinander, wie es ging. Nico starrte auf mein Höschen. Dann liessen die beiden mich los und kitzelten meine Achseln. Ich schämte mich zu Tode, weil ich da dicht behaart war. Rasieren durfte ich mich nicht; mein Vater verbot es mir. "Rasierte Achseln sind nur was für Nutten", pflegte er zu sagen. Ich ahnte aber, dass unrasierte Frauen nicht schick sind, und es war mir peinlich, dass meine "Freunde" meine Härchen kitzelten. Ich warf den Kopf nach hinten weil ich nicht wusste, wie ich sonst hätte reagieren sollen. "Sie wird geil!" schrie Abraxas. Dieser Schrei fuhr wie ein Messer in mein Herz. Dann knöpften sie mein Kleid auf. Ich begab mich auf eine innere Reise; verabschiedete mich von meinem Körper, meiner Seele, meinen drei "Freunden". Ich ahnte, was geschehen würde. In BH und Slip hing ich wehrlos am Baum und war ausgeliefert. Die Schultern begannen wieder zu schmerzen. Ulysses zückte ein Messer und zerschnitt mein Höschen. Es fiel auf den Waldboden. Für meine Muschi schämte ich mich nicht.

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da schämt Man(n) sich, einer zu sein

schreibt alak87@gmx.de

Ich möchte hier klarstellen, dass jeder, gleich ob Männlein oder Weiblein, der so mit irgend einem Menschen umgeht wie sie es mit dir getan haben, eigentlich nichtmal verachtung verdient hat. Damit haben die Leute sich, finde ich, unter das Niveau der niedersten Kreaturen begeben, die ich mir vorstellen kann. Um ein Zitat aus einem Kinderbuch, dem satanarchäolügenjalkohöllischen Wunschpunsch von Michael Ende zu verwenden: "das ist eine ganz schön schlimme Menscherei Man kann es nicht Schweinere, oder Sauerei nennen, denn Schweine tun so etwas nicht" wenn ich so etwas lese, dann fühle ich mich zeitgleich wütend und beschmutzt, weil es jungs, also zukünftige Männer waren, Männer, wo ich doch auch einer bin. und die Vorstellung, jemand könnte mich damit auf eine Stufe stellen, die widert mich einfach nur an! Jeder experimentiert in der Jugend. Aber doch immer nur mit Respekt und gegenseitiger versicherung von Einverständnis! Das geht gar nicht! Du hast meine bewunderung für drei dinge. 1: du hast das überstanden, ohne eine Männerhasserin zu werden, was ich stark finde. 2: du hast trotzdem geschafft, so vielfältige geschichten, oft genug auch mit Hingabe, Liebe und Zärtlichkeit zu schreiben, die nicht nur die Erotik, sondern auch die Seele berühren. 3: du hattest, wenn auch in gewisser Weise anonymisiert den Mut, das hier zu teilen. Ich weiß zum glück nicht, wie Menschen so sein können, denn könnte ich es verstehen, könnte es sein, dass ich auch soetwas werde. bevor das passiert, würde ich mich jedoch lieber kastrieren lassen. sexualität ist etwas, bei dem sich alle so sehr öffnen, sich so verletzlich geben, das sollte niemand ausnutzen, das ist, finde ich, noch schlimmer, als am Boden liegende zu schlagen oder zu treten, was schon mehr als schlimm genug ist. Ich kenne mehrere Leute mit traumata in dieser richtung und die haben zum Glück Partner/innen gefunden, welche sie mit liebevoller Sanftheit dorthin geführt haben, wo Intimität wirklich etwas Schönes sein kann. Wie du merkst, ich habe zu viele Worte, aber um meine abscheu für das auszudrücken, was dir passiert ist, dafür fehlen die richtigen Worte. Ich würde meine Partnerin, gleich ob für eine Nacht oder für ein Leben immer umsorgen, zärtlich sein und dergleichen mehr, denn erst, wenn beide wirklich Freude an Intimität und sexualität haben, wenn beide hinterher sagen, das war ein schönes erlebnis, erst dann, so finde ich, ist es wirklich befriedigend. In diesem sinne, lass dich nicht unterkriegen und bitte glaube nicht, glaube niemals, dass alle Männer an dem zu messen sind, was dir damals passiert ist. Mir blutet das Herz, wenn ich solche geschichten lese, obwohl ich dich nicht kenne. ich bleibe dabei, ich will gar nicht wissen, wie jemand so sein kann! viele anerkennende und respektvolle grüße

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