In diesem Moment fühlte ich etwas. Ich spürte, dass es da einen Unterschied gab zwischen meinen Freunden und mir. Wir waren kein Quartett mehr. Ich war eine Frau mitten in der Pubertät, die drei waren Jungs mit Dingen im Kopf, die ich mir nicht vorstellen konnte. "Lasst mich runter", keuchte ich. Ein höhnisches Lachen von Nico war die Antwort. Ihn mochte ich am wenigsten. Seine Familie lebte vom Fischfang und war entsprechend arm. Nico war sehr kräftig gebaut und hatte mich seine Energie schon mehr als einmal spüren lassen. Meinen Nachhilfeunterricht bei den Hausaufgaben benötigte er am meisten. Er gab seinen beiden Kumpels ein Zeichen. Dazu bewegte er den Mittelfinger seiner linken Hand in obszöner Weise. Dann folgte das, was mein Leben für immer verändern sollte. Ulysses packte mein linkes Bein, Abraxas mein rechtes. Sie zogen meine Schenkel so weit auseinander, wie es ging. Nico starrte auf mein Höschen. Dann liessen die beiden mich los und kitzelten meine Achseln. Ich schämte mich zu Tode, weil ich da dicht behaart war. Rasieren durfte ich mich nicht; mein Vater verbot es mir. "Rasierte Achseln sind nur was für Nutten", pflegte er zu sagen. Ich ahnte aber, dass unrasierte Frauen nicht schick sind, und es war mir peinlich, dass meine "Freunde" meine Härchen kitzelten. Ich warf den Kopf nach hinten weil ich nicht wusste, wie ich sonst hätte reagieren sollen. "Sie wird geil!" schrie Abraxas. Dieser Schrei fuhr wie ein Messer in mein Herz. Dann knöpften sie mein Kleid auf. Ich begab mich auf eine innere Reise; verabschiedete mich von meinem Körper, meiner Seele, meinen drei "Freunden". Ich ahnte, was geschehen würde. In BH und Slip hing ich wehrlos am Baum und war ausgeliefert. Die Schultern begannen wieder zu schmerzen. Ulysses zückte ein Messer und zerschnitt mein Höschen. Es fiel auf den Waldboden. Für meine Muschi schämte ich mich nicht.
da schämt Man(n) sich, einer zu sein
schreibt alak87@gmx.de