Das Hotel

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Das Hotel

Das Hotel

Mara Lamar

Er hat sie in ein Hotel bestellt. Noch nie war sie in dieser Gegend. Sie mustert die hohen, heruntergekommenen Fassaden. Eine bunte Leuchtreklame schimmert über den nassen Asphalt. Das Klappern ihrer Absätze klingt laut in ihren Ohren. Sie schlingt den Mantel fester um ihre Taille. Ein spätes Liebespaar ist unterwegs.
Arm in Arm schlendern sie über die Straße, weichen einem Taxi aus. Das Licht des Wagens fällt kurz auf ihre Gesichter. Wie verliebt sie sich anschauen. Sie denkt an das Rendezvous, das sie hier hergeführt hat. Endlich der Eingang zu dem Hotel. Sie geht schnell die Treppenstufen zu dem Hotel hinauf. Die Tür öffnet sich mit einem lautstarken Quietschen. Alles hier ist schäbig. Alte, vergilbte Tapeten, abgestoßene Möbel und verdreckte Teppichböden.
Warum ist sie nur hier? Sie tritt an die Rezeption, schlingt automatisch ihren Mantel fester um ihren Körper. Stockend trägt sie ihr Anliegen vor. Man hat ein Zimmer für sie reserviert. Ihr Name sei Clara. Wissend lächelt der alte Nachtportier und mustert sie unverhohlen. Er sagt ihr die Nummer. Verstohlen stolpert sie mit ihren hochhackigen Schuhe die Treppe hinauf. Dabei ist sie sich bewusst, das der Mann an der Rezeption sie mustert. Gut das ihr Mantel ihre Figur verbirgt. Warum hat er sie nur in dieses heruntergekommene Hotel bestellt. Sie, die den Luxus und das Licht liebt. Die Tür von Nummer 10 ist nur angelehnt. Atemlos bleibt sie vor dem Zimmer stehen. Ein feiner Lichtschatten fällt durch den Rahmen. Es herrscht eine unheimliche Stille. Niemand ist da, der sie an der Tür erwartet. Kein liebevolles Wort von ihm. Geh endlich rein du dumme Pute, schimpft sie fast aufmunternd mit sich selbst. Sie drückt die Tür auf und tritt in das große Zimmer.
In der Mitte des Raumes steht ein großes Metallbett mit weißen Laken. Alles hier strahlt Trostlosigkeit aus. Die roten Seidentapeten hängen nur noch notdürftig an den Wänden. Der Teppichboden ist an vielen Stellen zerschlissen. Alles wird in das Licht einer alter Stehlampe getaucht. Das es solche Hotels überhaupt noch gibt. Was soll das? Sie fühlt sich unwohl. Warum verlangte ihr Geliebter dieses von ihr? Sie schaut sich unschlüssig um. Kein Zettel auf dem Bett mit Anweisungen. Kein Hinweis, den sie in irgendeiner Weise deuten könnte. Der warme Mantel ist jetzt ihre einzige Schutzhülle. Ihr fröstelt. Dann plötzlich ein Geräusch hinter ihr. „Dreh dich nicht um. Schau zur Lampe." Die Stimme ihres Geliebten. Obwohl seine Stimme einen kalten, berechnenden Klang hat, fühlt sie sich mit einem Mal sicher und geborgen. Sie ist nicht mehr alleine. Er ist bei ihr. Sie ist beruhigt. Gleichzeitig ist sie gespannt, was er mit ihr vor hat.
„Zieh deinen Mantel aus... Lass ihn einfach von deinen Schultern gleiten."
Ihr kommt in den Sinn, das ihr hübscher Mantel auf diesem dreckigen Boden liegen soll. In ihr sträubt sich alles. Doch dann öffnet sie ihren Mantel langsam und schiebt ihn von ihren Schultern. Er gleitet an ihr herunter. Er kann sie noch sehen. Er sieht ihren nackten Körper, ihre vollen, runden Hinterbacken, die festen Schenkel. Sie stand vor ihm, fast nackt, nur mit halterlosen Strümpfen und hochhackigen Schuhen bekleidet. So hatte er sie herbestellt. Und sie war seinem Ruf gefolgt. Stille. Was er wohl hinter ihrem Rücken macht. Dann redet er.
„Dein Arsch ist einfach Klasse."
Sie mag es nicht, wenn er so redet. Und doch setzen sie seine Worte unter Spannung. Sie spürt plötzlich seinem Atem an ihren Haaren. Er steht dicht hinter ihr. Sie wagt es nicht zu bewegen. Er mag es nicht, wenn sie die Initiative ergreift. Natürlich mag er das nicht. Aus seiner Sicht ist ihre Rolle klar definiert. Welche Gefühle sie dabei hat ist ihm egal. Er hat nie danach gefragt. Er hat ihre Hingabe angenommen, als wäre sie selbstverständlich. Und vielleicht ist sie das für ihn auch. Seine Hände legen sich auf ihre Hüften. Sie spürt die Wärme seiner Hand und den festen Griff. Sie bemächtigen sich ihres Körpers, gleiten über ihre Haut, umfassen ihre Brüste. Er knetet sie fest und systematisch.
„Gut das sie sich noch so gut gehalten haben. Ich mag feste runde Dinger."
Das hat er beim ersten Mal gesagt, als er sie sich gegriffen hat. Heute sagt er nichts. Sein Schoß drängt sich an sie. Durch den Stoff seiner Hose spürt sie seine Erregung an ihrem Hintern. Seine rechte Hand schiebt sich über seinen Bauch und landet zwischen ihren Schenkeln. Sie weiß, was er erwartet. Sie spreizt ihre Beine etwas. Er greift an ihre Schamlippen und reibt über den langen Spalt. Sie ist rasiert, so wie er es will. Kurz muss sie daran denken, wie Stolz sie früher auf ihre dünnen rötlichen Haare auf ihrem Schamhügel war. Er hat sie kaum wahrgenommen. Dann hat er gesagt:
„Nächstes Mal sind sie weg."
Sie hat gehorcht. Seine Finger spielen mit ihren Lippen. Wenn er mit ihnen in sie eindringt wird er es spüren. Er wird spüren wie nass sie ist. Nass von seinen Berührungen und seiner Art sie zu nehmen. Sie versteht sich manchmal selbst nicht mehr. Zwei Finger gleiten in sie. Sie haben keine Schwierigkeiten in ihre Tiefe vorzustoßen. Sofort klingt sein kaltes Lachen an ihrem Ohr.
„Ich wusste es!" Sie schämt sich, doch versucht sie sich leicht an seinen Fingern zu reiben. Er zieht sich von ihr zurück, lässt sie stehen. „Los aufs Bett mir Dir... Auf alle Viere... Das Gesicht zur Wand und dreh dich nicht um... Und brav deinen Arsch rausstrecken."
Sie folgt seinen Anweisungen. Sie folgt immer seinen Anweisungen. Sie wartet auf eine sanfte Liebkosung von ihm. Manchmal dauert es lange, bis er zufrieden mit ihr ist, sie nimmt und ihr Vergnügen bereitet. Sie sehnt sich nach diesem Augenblicken. Alles in ihr verzehrt sich danach.
Sie befolgt seine Anweisungen. Sie krabbelt aufs Bett und nimmt die Position ein, die er von ihr erwartet. Sie hockt auf allen Vieren, die Beine gespreizt und ihren Hintern rausgereckt. Nichts passiert. Endlose Minuten vergehen. Sie hört seinen Atem. Er steht also noch da. Er beobachtet sie. Sie spürt ihre Lust. Sie spürt, wie ihre Feuchtigkeit langsam ihre Lippen benetzt. Er muss einen guten Blick auf ihren Schoss und ihre Lippen haben. Er muss doch sehen, wie sehr sie ihn begehrt. Ihr Körper ruft nach ihm, will ihm Lust bereiten. Sie schaut an die Wand und wartet. Dann hört sie das Knarren der Tür. „Wehe du drehst dich auch nur einmal um." Seine Stimme hat jetzt etwas bedrohliches. Ein neuer Unterton den sie noch nicht kennt. Dennoch schwingt Erregung in seinen Worten mit. Sie bleibt also nicht ohne Wirkung auf ihn.
„Kommt rein. Schaut sie euch an, wie sie euch ihren Hintern und ihre Löcher präsentiert."
Sie bäumt sich innerlich auf. Ihr Herz bleibt stehen. Das kann doch nicht wahr sein. Nie hat er jemanden anders einbezogen bisher. Sie hört leise Stimmen, Schritte die in den Raum kommen. Sie wagt sich nicht zu bewegen. Sie kniet hier offen und verletzlich. Jeder der im Raum ist kann ihre intimsten Geheimnisse sehen, kann ihre Lust erkennen. Sie schämt sich. Am liebsten wäre sie weit weg. Aber sie hockt hier. Niemand redet mehr. Aber sie hört den Atem mehrere Personen. Dann spürt sie auf ihrem angespannten Hintern Hände. Es werden mehr und mehr. Und dann schiebt sich ein paar Hände zwischen ihre Beine. Es sind kräftige, kurze Finger. Ganz anders fühlen sie sich an, als wenn die langen Finger ihres Geliebten sie dort berühren.

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