Seine Hände folgten dabei einem sich langsam steigernden Rhythmus, dessen Intensität er gleichmässig in die Höhe trieb. Seine sinnlich rhythmischen Bewegungen formten ihren Körper zu einem Pulverfass. Hier ein Zerren, da ein stürmischer Schlag, dann eine unkontrollierte Liebkosung, wieder ein kurzes Loslassen voneinander, sogleich wieder eine Reihe rhythmisierender Wogungen, so widerspiegelte sich das Pulsieren seines Herzens im Versmass ihrer Vibrationen.
Die Phase der Zärtlichkeit war der völligen Selbstentleibung gewichen. Juan hatte es geschafft, sie wurde weich und lebte, das wofür sie Gott schuf, die pure Liebe sein.
Von den anfänglichen Streicheleinheiten konnte nun keine Rede mehr sein. In unregelmässigen Abständen stiess er ihren Körper in ruckartigen Bewegungen von sich, um sie Sekunden später in Bessenheit wieder an sich zu reissen. Schläge, Stösse, dazwischen eine erneute sinnliche Liebkosung, gefolgt vom suchtartigen Auskosten des erotischen Moments, in scheinbar unendlichen Kombinationen prasselten seine Eingebungen auf ihren Körper ein und gipfelten sich in Lichtgeschwindigkeit im Höhepunkt ihres überirdischen Zusammenspiels. Juan fand Ruhe und ein Übereinstimmung mit sich selbst, nachdem er ihr alles gegeben hatte. Alles, was hiess, er bezwang den inneren Mann in ihr, trieb sie in seine Hingabe, machte sie sein eigen.
Es folgen Sekunden des sich bewusst Werdens über das Wunder, das sie eben vollzogen hatten. Unbeirrbar verharrten sie noch immer in der gleichen Position, ähnlich einem Strom eines Flusses, der nach unzähligen Verzweigungen irgendwann zum Stillstand gezwungen wird, so sanken sie langsam in die Erkaltung des verklingenden Höhepunktes ein und liessen die letzte Schwingung bis zum unausweichlichen Ende verklingen.
Das Schöne an dieser Nacht war das Seltene in Isabellas Liebesgarten.
„Eine Blume ist schön, weil ihre Schönheit vergänglich ist, genau wie unsere Liebe“, sagte sich die Sizilianerin, als sie Juan zwei Tage später am Flughafen wieder verabschiedete. Er flog mit einem sehr still gewordenen Gustav in den Weihnachtsurlaub nach Sri Lanka, wo der Atlas der Leidenschaften das letzte Kapitel schrieb.
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