Dauerregen

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Dauerregen

Dauerregen

Leif Larsson

So blieb es nicht aus, dass Martin die Eigenmächtigkeit eines bestimmten Körperteils nicht unterbinden konnte. Ohne dass Anke es auch nur ahnte, philosophierte er ein wenig über dieses seltsame Anhängsel des männlichen Körpers, dem von der Natur eine Doppelfunktion zugedacht worden war. Über die eine, profane, zumindest in gewissen Grenzen kontrollierbare Funktion brauchte man kein weiteres Wort verlieren. Die andere aber, die mit einer sichtbaren Veränderung dergestalt einhergeht, dass an die Stelle der sonst üblichen Schlaffheit ein merklicher Gestaltwandel, eine entschieden nach vorne gerichtete, dem Zug der Erdanziehung trotzende Kräftigung des Körperteils tritt, entzog sich seinem Willen beharrlich. Martin beschloss, sich zumindest vorübergehend diesem Diktat nicht weiter zu beugen. Er widmete sich wieder seiner Gitarre und konzentrierte sich auf einige besonders anspruchsvolle Bluesphrasen. Nach einiger Zeit nahm er zur Kenntnis, dass der aufmüpfige und dickköpfige Geselle vor seinem Willen kapituliert und sein Haupt wieder auf den Beutel mit den Kronjuwelen gebettet hatte.

„Ich hätte Lust, ein Bad zu nehmen.“, riss Anke ihn just in diesem Augenblick aus seinen Gedanken. „Kommst du mit?“

Natürlich hatte auch Martin Lust. Und wie er Lust hatte! Seit dem Video, das Clara Morgane bei verschärften Wasserspielen im Whirlpool zeigte, war für Anke ein gemeinsames Bad gleichbedeutend mit »Sex haben«. Er ließ warmes Wasser in die große Dreiecksbadewanne einlaufen, fügte reichlich duftende Ingredienzen hinzu und entzündete einige aromatisierte Teelichter. Sofort verbreitete sich im Badezimmer eine mit Händen zu greifende Sinnlichkeit.

„Setz dich schon mal rein.“, rief Anke aus der Küche. „Ich komme gleich.“

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