Dauerregen

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Dauerregen

Dauerregen

Leif Larsson

„Wer ist das denn schon wieder?“, brummte Martin, sichtlich verstimmt über die unwillkommene Störung. Er eilte zum Wohnzimmerfenster und linste verstohlen durch die Vorhänge nach draußen.

„Und? Wer ist es?“, wollte Anke, die in der Zimmermitte stehengeblieben war, wissen.

„Der verdammte Kurierdienst.“ knurrte Martin unwillig und taxierte den Mann, der sich vom Gartentor unter das Regendach geflüchtet hatte und erneut den Klingelknopf bemühte, mit unverhohlener Missbilligung. „Hast du dir etwa wieder neue Schuhe bestellt?“

„Ich habe nichts gekauft.“, erwiderte Anke ein wenig pikiert, und trat hinter ihn. „Das sind wichtige Manuskripte, die ich aus dem Archiv angefordert habe. Bitte nimm sie entgegen, Martin. Ich habe am Montag keine Zeit, extra zur Abholstelle zu fahren, brauche die Manuskripte aber ganz dringend.“

„Na schön.“, gab er nach. „wenn du mir versprichst, dich heute und morgen nicht damit zu befassen.“

“Mein Indianerehrenwort!“, versicherte Anke und gab ihm einen versöhnlichen Kuss auf die Schulter. „Ich gehe derweil in die Küche und mache uns etwas zu essen. Langsam bekomme ich Hunger.“

Martin warf sich seinen Bademantel über und betätigte den Türöffner. Das anzügliche Grinsen des Paketboten ignorierend nahm er die vom Regen feuchte Sendung entgegen, quittierte den Empfang, legte das Päckchen auf Ankes Schreibtisch und folgte ihr in die Küche. Sie stand vor dem Herd und erhitze irgendetwas in der Pfanne. Sie hatte sich ihre schmale Küchenschürze umgebunden und sah darin umwerfend sexy aus.

„Du kannst den Bademantel wieder ablegen, Schatz. Ich habe die Schürze nur wegen der Fettspritzer übergeworfen.“

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