Marisa

Dead Boys Part 14

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Natürlich wollte Stiv, und auch ich war alles andere als abgeneigt. So verließen wir Drei den Eisenbahntunnel, wandelten auf den uralten Pfaden des Vampirismus. Stiv kannte die Gegend bis ins Detail. Er führte uns zum Strand, an eine abgelegene Stelle. Ich sah ein Lagerfeuer, hörte das besoffene Gegröle betrunkener Männer. Ich wusste, dass der Kuss eines Vampirs tödlich war. Er konnte aber auch ewiges Leben schenken, indem er das Opfer in einen der Unseren verwandelte.
Ich wollte wissen, wie wir es mit diesen Typen halten wollten. Stiv beantwortete meine Frage sofort:

„Diese verdammten Rednecks brauchen kein ewiges Leben! Ich kenne diese Kerle gut genug, um dir versichern zu können, dass sie kein Mitleid verdienen. Wir werden ihr Blut kosten, bis sie tot sind!“

Stiv schwang sich zu den Männern hinunter. Er flog auf einen dicken Kerl zu, dessen Base- Cap sein Gesicht fast verdeckte. Wir hörten einen kurzen Schrei, dann einen Gewehrschuss. Glaubten diese Idioten, dass sie uns damit erschrecken konnten? Marisa trieb ihre Zähne in den Hals eines blonden Jünglings, während ich einen Mittdreißiger von seinem elenden Dasein befreite. Es machte mir fast schon Spaß, diesem Kerl das Blut auszusaugen. Ich vermute, dass es an seinem Ku-Klux-Klan T-Shirt lag! Ich fühlte mich wie auf Droge, als ich sein Blut trank. Ein Gefühl unbändiger Kraft durchströmte mich, dass ich so noch nie gespürt hatte. Marisa und Stiv kümmerten sich noch um zwei weitere Männer, während ich mit diesem Fiesling voll ausgelastet war. Ich spürte keinerlei Mitleid, als er wie eine leere Hülle in den Sand fiel. Trotzdem – ich fragte mich, ob ich ebenso empathielos handeln würde, wenn es sich nicht um einen betrunkenen Rassisten handelte? Die Kraft seines Blutes vertrieb meine Selbstzweifel, die ohnehin nicht sehr stark waren. Ich hatte mich verändert, seit ich zu den Vampiren gehörte. Sharon war nicht mehr das junge, naive Mädchen, das sich von jedem dahergelaufenen Typen die Welt erklären ließ. Ich war stark, unabhängig. Stiv lächelte mir zu, als wüsste er jeden meiner Gedanken. Marisa umarmte mich, küsste meinen blutigen Mund. Ihre fiebrigen Lippen verstärkten meine euphorischen Gefühle. Diese geheimnisvolle Frau löste etwas in mir aus, das sich bisher im Verborgenen hielt. Ich wurde stärker, spürte eine unbändige Kraft in mir.

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